Halterns Note beim Fahrradklima-Test sei nicht zufriedenstellend, so der ADFC Haltern. © Jürgen Wolter

„Konstant schlecht ausgefallen“: ADFC Haltern nimmt Stadt in die Pflicht

Es brauche eine deutliche Trendwende zugunsten der Radfahrer in Haltern, urteilt der ADFC Haltern. Das Ergebnis der Seestadt im Fahrradklima-Test sei nicht zufriedenstellend.

Der Fahrradklima-Test 2020, eine Studie des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs, offenbarte einige Mängel in der Stadt Haltern beim Thema Radfahren. Das blieb der Ortsgruppe des Allgemeinen Fahrrad-Clubs (ADFC) nicht verborgen.

In der Ortsgrößenklasse 20.000 bis 50.000 Einwohner belegte Haltern den 78. Platz von 415 Städten und Gemeinden, die ebenfalls teilgenommen hatten. Damit landete die Seestadt im oberen Drittel beim Fahrradklima-Test 2020. Zufrieden ist der ADFC Haltern mit dem Ergebnis der Umfrage aber nicht, das teilte nun Sprecher Otto Rohde auf Anfrage der Halterner Zeitung mit.

„Die Gesamtwertung für unsere Stadt ist konstant schlecht ausgefallen“, urteilte Rohde. Seit 2012 bewege sich Haltern kaum im Ranking, die Note pendele sich zwischen 3,5 und 3,7 ein, was der Schulnote 3- entspricht. Damit liegt Haltern zwar über dem Durchschnitt (3,9) aller Städte und Gemeinden der Ortsgrößenklasse 20.000 bis 50.000 Einwohner, doch das sei „nur ein schwacher Trost“, so Rohde.

Falschparker, schlechte Baustellenführung und zu schmale Radwege

Die Halterner Teilnehmer am Fahrradklima-Test 2020 bemängelten primär den laschen Umgang mit Falschparkern, eine schlechte Baustellenführung und zu schmale Radwege. Auch gaben sie an, dass in jüngster Zeit kaum etwas für den Fahrradverkehr gemacht worden und die Radwege in einem baulich schlechten Zustand seien.

Konkrete Handlungsempfehlungen dazu könne der ADFC-Ortsverband noch nicht machen, so Rohde. „Diese Fragen können wenige Tage nach der Veröffentlichung des aktuellen Fahrradklima-Tests, gerade unter aktuellen Corona-Bedingungen, ohne ausführliche Diskussionen im Verein noch nicht beantwortet werden“, teilte er mit. Es brauche noch Zeit, die Ergebnisse in ihrer Gesamtheit auszuwerten.

Sicher sei aber, dass der ADFC Haltern die Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen mit Politik und Verwaltung erörtern „und auch öffentlich“ diskutieren werde, so Rohde.

„Der politische Wille wird wahrgenommen“

„Was wir sicher brauchen, ist eine deutliche Trendwende zugunsten der Radfahrenden und der Fußgänger.“ Dabei lobt der Sprecher die Politik auch in gewisser Hinsicht: Diese habe die Trendwende bereits erkannt. „Der dazu erforderliche politische Wille in der kommunalen Radverkehrspolitik wird von den Radfahrenden sehr wohl wahrgenommen und beim ADFC-Fahrradklima-Test klar honoriert“, erklärt Rohde. Es bleibe abzuwarten, ob sich diese Entwicklung verstetigt.

Auch die Radfreunde Haltern reagierten auf die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests. Wolfgang Gossilin, Sprecher der Radfreunde, wies auf einige Punkte hin, die es in Haltern zu verbessern gebe. Unter anderen nannte er die Recklinghäuser Straße und den Schüttenwall.

Auch die Weseler Straße sei für Radfahrer nicht im besten Zustand, so Gossilin. „Da sind viele Ampeln nicht optimal eingestellt“, sagt er. In der Stadt würde er sich zudem mehr Fahrradparkplätze wünschen.

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Niklas Berkel