Das Greenpeace-Schiff „Beluga II“, hier ein Archivbild bei einer Fahrt auf der Ostsee, wurde am Montag an der Schleuse Flaesheim von der Polizei kontrolliert. © picture alliance/dpa
Polizeieinsatz

Kontrolle: Polizei stoppt Greenpeace-Boot an der Flaesheimer Schleuse

Die Polizei hat am Montagmorgen das Aktionsschiff Beluga II der Umweltorganisation Greenpeace kontrolliert. Das Boot wurde auf dem Wesel-Datteln-Kanal bei Flaesheim gestoppt.

Ein Polizeieinsatz am Wesel-Datteln-Kanal hat am Montagmorgen in Nähe der Schleuse Flaesheim Aufsehen erregt. Beamte der Wasserschutzpolizei kontrollierten um kurz nach acht Uhr die Beluga II, ein Boot der Umweltorganisation Greenpeace.

Die Kreispolizeibehörde Recklinghausen bestätigte den Einsatz auf Nachfrage unserer Redaktion. Sie hatte am frühen Morgen den Hinweis erhalten, dass das Boot auf dem Kanal in nördliche Richtung unterwegs sei.

Spektakuläre Protestaktion

Mit Unterstützung der Wasserschutzpolizei wurde das Greenpeace-Schiff schließlich im Bereich der Schleuse Flaesheim angehalten, „um eine Routinekontrolle durchzuführen“, wie Polizeisprecherin Ramona Hörst mitteilte. „Die Kontrolle hat nichts Verdächtiges ergeben, so dass es für uns auch keinen Grund gab, die Weiterfahrt zu untersagen.“ Die Besatzung habe sich ordnungsgemäß verhalten und ihre Fahrt wie geplant fortsetzen können.

Bei der Polizei gab es offenbar den Verdacht, dass die Besatzung des Bootes das Kraftwerk Datteln 4 ansteuern könnte. Im Mai dieses Jahres hatten Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten mit einer spektakulären Protestaktion gegen das Kohlekraftwerk Datteln 4 demonstriert. Damals waren motorisierte Gleitschirmflieger mit einem rund zwölf Quadratmeter großen Banner um das Kraftwerk geflogen.

Verschmutzung mit Mikroplastik

Die Beluga II ist allerdings vielmehr ein Laborschiff, ein zweimastiger Klipper mit weißem Rumpf und weißer Besegelung mit Heimathafen Hamburg. Mit dem Schiff untersuchte Greenpeace zuletzt zwischen September und Oktober die Verschmutzung mit Mikroplastik im Rhein zwischen Duisburg und Koblenz, heißt es auf der Internetseite der Umweltorganisation.

Das neue Greenpeace-Segelschiff ist nach dem Prinzip des holländischen Klippers speziell für Fluss- und Küstenfahrten konzipiert. Sein geringer Tiefgang und der am Boden abgeflachte Schiffskörper ermöglichen sogar Fahrten durch Flachwasserzonen. Problemlos kann die Beluga II im Watt trockenfallen und mit der nächsten Flut wieder Fahrt aufnehmen. Auch Brücken bilden keine Hindernisse mehr. Mit seinen umklappbaren Schiffsmasten kann der Segler auch kleinere Flüsse und Kanäle befahren.

Das Schiff kann unter Motor 1000 Seemeilen (rund 1850 Kilometer) zurücklegen, ohne zu tanken. Und der neue Segler kann noch mehr: Während auf der alten Beluga das Labor fest installiert war, bietet das neue Schiff die Möglichkeit, einen 20-Fuß-Normcontainer unter Deck an Bord zu nehmen. Dieser kann ein Labor beherbergen oder ein Kommunikationszentrum – je nachdem, was gerade gebraucht wird.

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Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte

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