Kopfsteinpflaster kommt weg: Haltern lässt drei Innenstadtstraßen umbauen

hzErstes Projekt nach Isek

In einigen Monaten wird die Stadt innenstädtische Straßen umgestalten und neue Spielstationen aufstellen. Die Verwaltung erklärt, wie die Pläne aussehen und wer die Kosten trägt.

Haltern

, 07.02.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Stadt zahlt sich die Durchführung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes - kurz Isek - schon aus. Erste Beseitigungen von Schwachstellen nimmt sie in wenigen Monaten in Angriff. Das kann sie, weil der Strukturausschuss des Regionalverbandes Ruhr (RVR) in einer Sondersitzung die vorgeschlagene Projektliste der Bezirksregierungen Arnsberg, Düsseldorf und Münster verabschiedet hat. In dieser Liste kommt auch Haltern vor: 160.000 Euro werden für besondere Maßnahmen in der Innenstadt ausgeschüttet.

Die ein Jahr währende Arbeit im Rahmen von Isek war im Mai 2019 mit einer Bürgerversammlung zu Ende gegangen. Die Planungsbüros „Stadtraum Architektengruppe“ um Martin Rogge und „Junker + Kruse Stadtforschung Planung“ hatten ihre Aufgaben erledigt. 17 Schwachstellen hatten die Planer im Stadtkern entdeckt.

Förderung ist faktisch die Anerkennung von Isek

In den nächsten zehn bis 15 Jahren sollen sie nach Möglichkeit abgearbeitet werden. Auftakt ist auf der Mühlenstraße, Lippstraße, Lippmauer und Rekumer Straße. Gunter Albrecht (Fachbereich Wirtschafts- und Standortförderung bei der Stadt Haltern) freut sich über einen ersten Erfolg: „Wir sehen die Tatsache, dass wir hier nun Förderungen bekommen, als faktische Anerkennung unseres Iseks.“ Das Halterner Konzept sei in der Städtebauförderungen angekommen, der erste Antrag damit anerkannt.

Mit knapp 16,3 Millionen Euro werden in diesem Jahr Städtebauprojekte des Kreises Recklinghausen gefördert. Das Halterner Projekt „Barrierearme Innenstadt“ erhielt die Kategorie A, das heißt, der Antrag ist bewilligungsreif.

Fugen werden mit Kunstharz ausgegossen

Inhaltlich geht es darum, dass die Oberflächen in der Mühlenstraße, Lippmauer und Lippstraße barrierearm gestaltet werden. Dafür wird das großformatige Pflaster ausgetauscht. Stadtsprecher Georg Bockey schildert die gegenwärtige Situation so: „Bisher ist es oft so, dass dieses erstens für Rollatornutzer sehr unangenehm ist, weil es rappelt und deshalb die Fußgänger verunsichert. Zudem weichen Radfahrer oft diesem Pflaster auf der Straße aus und fahren sehr nah an die Häuser heran. Das führt dann schnell zu gefährlichen Situationen mit Fußgängern.“

Geplant ist konkret, die Fugen der Natursteine in den Rinnen und Bändern mit Kunstharz zu schließen und großformatiges Pflaster aus Natursteinen an zentralen Bewegungsflächen auszutauschen und stattdessen Klinker einzusetzen. An den glatten, ebenen Klinkersteinen wird nichts verändert, so die Stadt. Die Bauarbeiten sollen im Herbst beginnen.

In der Rekumer Straße stellt die Stadt Spielstationen auf

Außerdem werden in der Rekumer Straße an einigen Stellen Spielgeräte aufgestellt, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Die Stadt wird die direkten Anlieger noch gesondert informieren.

Die Stadt hatte für diese Veränderungen in der Innenstadt 228.000 Euro ermittelt und zwecks finanzieller Unterstützung einen Förderantrag gestellt. Bis zum 30. September 2019 gingen insgesamt 192 Förderanträge von Städten und Gemeinden der Regierungsbezirke Münster, Arnsberg und Düsseldorf mit einem Volumen von 355 Millionen Euro beim Land ein, 77 Maßnahmen mit einem Volumen von 111,2 Millionen Euro wurden anerkannt.

Die politischen Gremien des RVR berieten über die Vorschläge, das Landesministerium muss dann abschließend in Abstimmung mit den Bezirksregierungen die Projekte genehmigen.

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