Kreis korrigiert: In der Gastronomie dürfen zehn Personen an einen Tisch

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Erleichterung bei den Gastronomen: Der Kreis hat am Donnerstag seine Aussagen vom Vortag korrigiert. In gastronomischen Betrieben dürfen nun doch mehr als fünf Personen an einem Tisch sitzen.

Haltern

, 16.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch am Mittwochabend (14. Oktober) hatte es vonseiten des Kreises Recklinghausen geheißen, dass auch die Gastronomie von der neuen Fünf-Personen-Regel im öffentlichen Raum betroffen ist. Dies habe der Kreis Recklinghausen aufgrund der Infektionslage so beschlossen, hatte Svenja Küchmeister mitgeteilt. Am Donnerstag aber korrigierte die Kreissprecherin nun ihre Angaben. „Die Ordnungsämter der Kreisstädte kamen jetzt zum Entschluss, dass kein auffälliges Infektionsgeschehen von der Gastronomie ausgeht“, sagte Küchmeister. Toddy Geldmann, stellvertretender Sprecher des Halterner Hotel- und Gaststättenverbandes, ist erleichtert.

„Wir sind keine Verursacher“

„Ich bin froh, dass die bestehende Regel bleibt und wir weiterhin auch mehr als fünf Gäste an einem Tisch bewirten dürfen“, sagt Toddy Geldmann. Der Inhaber von Jupp unner de Böcken hält das für eine sinnvolle Maßnahme. „Wir sind keine Verursacher der momentanen Lage“, erklärt er. „Wir als Gastronomen halten die Abstände ein und uns an alle Spielregeln.“

Der Gastronom Uwe Suberg, Inhaber des Seeblicks, hat sich in einer Pressemitteilung ebenfalls geäußert. Er schreibt: „Laut einer deutschlandweiten Studie des Robert-Koch-Instituts waren von von 55.000 untersuchten Covid-19-Fällen zwischen Februar und Mitte Juli nur 1,6 Prozent auf Gastronomie- und Hotelleriebesuche zurückzuführen. Zieht man von dieser schon recht geringen absoluten Zahl von 880 Infizierten noch diejenigen ab, die sich auf Familienfeiern mit mehreren hundert Teilnehmern oder in Betrieben, die massiv gegen die bestehenden Coronaschutzregeln verstoßen, angesteckt haben, wird man schnell feststellen, dass es im Gastgewerbe kein signifikantes Risiko gibt, sich mit Covid-19 anzustecken.“

Zehn-Personen-Regel bleibt bestehen

Das sahen auch der Kreis und die Ordnungsämter der Städte so. „Deswegen wurde sich nun bewusst dazu entschieden, den Verweis in der Allgemeinverfügung nicht auf die Gastronomie zu beziehen“, betonte Svenja Küchmeister. Die Zehn-Personen-Regel bleibt damit - zumindest vorerst - bestehen.

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Einen Vorwurf wollte Toddy Geldmann der Politik nicht machen. „Die treffen so viele Entscheidungen momentan, das ist nicht leicht. Da nehme ich die Politik mit in Schutz.“ Umso glücklicher ist er ob der nun doch korrigierten Angaben.

Lob für das Ordnungsamt

Dem Halterner Ordnungsamt um Leiter Helmut Lampe, der sich gegen die Fünf-Personen-Regel ausgesprochen hat, wollte der Halterner Gastronom ein Extra-Lob aussprechen: „Herr Lampe macht einen tollen Job. Was mich freut ist, dass er versucht , mit uns zusammen zu arbeiten.“

Insgesamt müssten alle in dieser schwierigen Zeit momentan zusammenhalten, so Geldmann. Nun hofft er darauf, dass viele Gäste weiterhin die Gastronomie unterstützen.

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