Kreis zu Peta-Vorwürfen: „Es gibt keine Belege für Tierquälerei“

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Die Tierrechtsorganisation Peta hat Strafanzeige gegen einen Halterner Betrieb erhoben. Jetzt wehrt sich der Kreis gegen Vorwürfe, jahrelang nichts gegen Missstände unternommen zu haben.

Sythen

, 03.09.2019, 16:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Freitag hatte die Tierrechtsorganisation Peta Tierquälereien beklagt und Strafanzeige gegen die Verantwortlichen des Prickings-Hofs in Sythen sowie gegen das zuständige Kreis-Vetrinäramt in Recklinghausen gestellt.

In einer öffentlichen Mitteilung erklärten die Tierschützer, dass es in dem landwirtschaftlichen Betrieb unter anderem Ziegen und Rinder mit stark verformten, deutlich zu langen Hörnern gebe, die in einem Fall bereits in den Hinterkopf einwachsen würden. Die Hufe der Tiere seien mitunter aufgespalten. Auch sei ein totes Lamm auf der Weide zurückgelassen worden.

„Zudem bergen die Gehege und verkoteten Ställe zahlreiche Verletzungsgefahren“, heißt es in der Erklärung vom 30. August. Mit Bildern, die ein Zeuge am 13. Juni aufgenommen haben soll, versuchen die Tierschützer, ihre Vorwürfe zu belegen. Da auf den Aufnahmen allerdings keine Umgebung zu erkennen ist, könnten sie durchaus auch in einem anderen Betrieb entstanden sein.

„Bei Kontrolle keine toten Tiere gefunden“

Peta habe bereits 2011 auf Missstände auf dem Prickings-Hof hingewiesen, wird in der Mitteilung weiter erklärt. „Die Amtsveterinäre hätten gegen die tierschutzrechtlichen Verstöße des Angezeigten vorgehen und auf diese Weise das Leid der Tiere beenden oder zumindest verringern können“, lautet ihr Vorwurf. Die Veterinäre allerdings hatten damals keine Beweise gefunden, die die Behauptungen der Tierrechtsorganisaton gestützt hätten.

Der Kreis Recklinghausen bestätigte am Montag den Eingang der aktuellen Beschwerde, die am 24. Juni im Kreishaus eingetroffen sei. „Schon zwei Tage später waren unsere Veterinäre vor Ort und haben sich alles angeschaut“, informierte Pressesprecher Jochem Manz auf Anfrage.

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Allerdings habe man keine toten Tiere oder Schafe mit zu langen Hörnern gefunden. Lediglich ein Schaf sei wegen eines Hornbruchs in tierärztlicher Behandlung gewesen. „Dieser Fall steht aber in keinem Zusammenhang mit den erhobenen Vorwürfen“, betonte Manz.

„Hufpflege im Auge behalten“

Grundsätzlich müsse aber in jedem Betrieb mit vielen Tieren die Hufpflege im Auge behalten werden. Manz: „Es ist dennoch nicht hundertprozentig auszuschließen, dass es in Einzelfällen doch zu entsprechenden Problemen kommen kann.“ Auch ein Hornbruch könne immer wieder passieren.

Wie der Kreis-Sprecher weiter berichtete, führt das Kreis-Veterinäramt drei bis vier Kontrollen pro Jahr auf dem Prickings-Hof durch. Bei Hinweisen aus der Bevölkerung oder von Tierschutzorganisationen kontrolliere man zudem unangemeldet. „Bislang gibt es keine Belege für Tierquälerei“, so Manz. Lediglich kleinere Missstände seien entdeckt worden, die Hofbesitzer Thomas Döpper aber umgehend beseitigt habe.

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