Krimi-Autor Klaus-Peter Wolf sorgt für Fan-Anreisen aus dem Ruhrgebiet nach Haltern

Ostfriesen-Krimis

Neun Millionen Bücher hat der Kult-Autor Klaus-Peter Wolf schon verkauft, seine Bücher wurden sogar ins Chinesische übersetzt. Jetzt hat Klaus-Peter Wolf in Haltern gelesen.

Haltern

, 12.11.2019, 15:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Krimi-Autor Klaus-Peter Wolf sorgt für Fan-Anreisen aus dem Ruhrgebiet nach Haltern

Klaus-Peter Wolf signierte schon vor der Lesung seine Bücher © Jürgen Wolter

Seine Ostfriesenkrimis sind längst Kult, neun Millionen verkaufte Bücher sprechen für sich: Klaus-Peter Wolf las am Montagabend in Haltern. Knapp 500 Besucher in der bis auf dem letzten Platz besetzten Aula des Schulzentrums zeigten: Auch in Haltern ist seine Fangemeinde riesengroß.

Schon vor der Lesung saß Wolf vor der Aula am Büchertisch und signierte seine Werke. Die Schlange der Wartenden wollte nicht abreißen. Und immer wieder gern posierte er mit seinen Fans auch für Selfies.

Von dieser Riesenresonanz war auch Anne Heine-Hagen von der Buchhandlung Kortenkamp überrascht, die die Lesung organisiert hatte. „Wir hatten Anfragen aus Dortmund, Düsseldorf und der ganzen Region“, freute sie sich.

„Wolf liest wie ein Psychopath“

Klaus-Peter Wolf las in Haltern aus dem dritten Teil seiner Dr.-Sommerfeldt -Triologie („Todesspiel im Hafen“), aus der ja vielleicht auch noch mehr als eine Trilogie wird.

Dass er hier sein eigentliches Erzählschema aufgegeben hat, erläuterte der Autor zu Beginn: „Normalerweise erzähle ich meine Geschichten unter Perspektivwechseln. Abschnittsweise werden sie mal aus der Sicht der Kommissarin, des Serienkillers oder anderer Figuren erzählt, damit der Leser unterschiedliche Sichtweisen auf die Welt kennenlernt.“

In der Sommerfeldt-Reihe kam er aber aus der Perspektive des Serienmörders nicht mehr raus: Inzwischen verkörpert er sie so, dass eine große deutsche Tageszeitung über seine Hörbücher, die er selbst einliest, schrieb: „Wolf liest wie ein Psychopath“. „Wie soll ich einen Serienmörder sonst lesen?“, fragte er in Haltern.

Er befinde sich auf einer Leserreise, die schon 35 Jahre dauere und noch immer Riesenspaß mache, fand Wolf. „Die Anfänge waren allerdings anders: Da habe ich in Leer gelesen und die Stadt machte ihrem Namen alle Ehre: Sieben Leute waren gekommen.“

„Ich muss die Orte, an denen meine Geschichten spielen, sehen“

Heute erscheinen seine Bücher sogar in Chinesisch und anderen Sprachen, „deren Buchstaben ich nicht mal lesen kann. Die könnten da sonst was reinschreiben und ich würde es nicht merken“.

Im „Todesspiel im Hafen“ bricht der Serienkiller aus dem Gefängnis aus, weil er noch einige Rechnungen offen hat. Zur Recherche war Wolf selbst zu Besuch im Knast: „Ich muss die Orte, an denen meine Geschichten spielen, sehen, schmecken, riechen, damit ich sie authentisch gestalten kann“, sagt er.

Wie schnell er seine Zuhörer fesseln kann, bewies Klaus-Peter Wolf in Haltern spielend. Und warum er mit seiner Frau Bettina Göschl auch Kinderbücher schreibt (z.B „Die Nordseedetektive“) begründete er nachdrücklich: „Beim Lesen entstehen die Bilder im Kopf, ich schreibe fantasieanregend. Wenn unsere Kinder aufhören, Bücher zu lesen und in ihren Köpfen keine Bilder mehr entstehen, dann stirbt unsere Kulturnation.“

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