Günter Hildebrandt, Wirt der Halterner Kulturkneipe "Schänke", plagen erneut gesundheitliche Probleme. © Jürgen Wolter

Kultwirt erneut im Krankenhaus: Zukunft der „Schänke“ weiter ungewiss

Den Wirt der Halterner Kultkneipe „Schänke“, Günter Hildebrandt, plagen erneut gesundheitliche Probleme. Wie es weitergeht, ist unklar. Aber aufgeben will der 63-Jährige nicht.

„Das Jahr 2020 hat Spuren hinterlassen“, gibt Günter Hildebrandt offen zu. Der Kultwirt aus der Schänke hat in den vergangenen Monaten gesundheitlich eine Menge durchmachen müssen. „Ich bin dem Tod quasi dreimal von der Schüppe gesprungen“, sagt er. Leider plagen ihn nun erneut gesundheitliche Probleme.

Mit Verdacht auf einen Schlaganfall sei er vor wenigen Tagen in das Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen eingeliefert worden, erzählt er. Im Rahmen der Untersuchungen hätten die Ärzte eine starke Schädigung der Lunge festgestellt. „Auf weitere Ergebnisse der Untersuchungen muss ich jetzt erst mal noch warten.“ Das Gefühl der Unsicherheit zermürbe ihn. „Aber ich kann es ja leider nicht ändern“, sagt er. Im Moment gehe es ihm den Umständen entsprechend.

Genesungswünsche und Aufmunterungen

Die Leidenszeit des 63-Jährigen scheint kein Ende nehmen zu wollen. Nach einer Krebserkrankung und mehreren Krankenhausaufenthalten hatte der Kultwirt im Oktober einen weiteren, harten Rückschlag hinnehmen müssen. Er erkrankte an Covid-19, lag mehrere Tage auf der Isolierstation im Halterner Krankenhaus. Seine Erkrankung machte er in den sozialen Netzwerken öffentlich. Zahlreiche Genesungswünsche und Aufmunterungen erreichten ihn damals (wir berichteten).

Bis heute leide er unter den Folgen seiner Corona-Erkrankung. „Meine Lunge ist geschädigt. Ich kann nicht behaupten, dass ich mich von dem Virus erholt habe. Und es waren damals sehr harte Tage für mich und meine Familie.“ Auch seine Frau Silvia, die sich damals angesteckt hatte, habe noch heute mit Begleiterscheinungen zu kämpfen. „Auch bei ihr ist die Lungenfunktion weiterhin etwas eingeschränkt“, erzählt Günter Hildebrandt. „Ich kann nicht verstehen, dass es immer noch Menschen gibt, die das Thema verharmlosen.“

Hilfen noch nicht angekommen

Unklar bleibt, wie es mit ihrer Kneipe, der „Schänke“, weitergeht. „Jeder weiß, dass das unser Lebenswerk ist. Das möchten und werden wir nicht so einfach aufgeben“, sagt „Günni“. Mit seiner Rente könnten sich die beiden derzeit „über Wasser halten“. Die vom Bund versprochenen Hilfen seien dagegen immer noch nicht angekommen. Eine Prognose über die Zukunft der Schänke sei aufgrund der aktuellen Umstände „einfach nicht möglich“. Die Corona-Krise sorge für Verzweiflung und Existenzängste. „Aber ich bin ja nicht der Einzige. Es trifft ja sehr viele in unserer Gesellschaft.“

Die Vorstellung, im Laufe des Jahres nochmal bei einem Live-Konzert mit den vielen Stammgästen zusammenkommen zu können, sei sein „größter und innigster Wunsch“. Ob dieser in Erfüllung geht, wisse er nicht. „Aber ich hoffe es sehr und klammere mich jeden Tag aufs Neue daran fest“, so der Kultwirt.

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Daniel Winkelkotte

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