Kurioses aus dem Archiv: So wurde 2007 in Haltern über das Internet gedacht

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Im Internet-Cafe „le bit“ in Leipzig surfen auf dem Archivbild vom 29. April 1997 Computerfreaks.
Das Internet ist heute längst kein „Neuland“ mehr, aber 2007 wurde noch ganz anders über die digitale Welt gedacht. © picture-alliance / dpa
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2007 ist das Jahr, in dem das erste iPhone von Apple vorgestellt wurde. Seitdem hat sich die technische Entwicklung zumindest gefühlt mit Lichtgeschwindigkeit bewegt. Dinge, die heute für uns selbstverständlich sind – Apps, Videotelefonate, Google Maps oder Social Media – waren damals erst im Vormarsch.

Heute wie damals wurde bei Kindern und Jugendlichen ein besonderes Augenmerk auf den Internetkonsum gelegt – auch in Haltern. Im Archiv haben wir einen Artikel aus dem Jahr 2007 gefunden, in dem über einen Vortrag einer Medienpädagogin am Gymnasium berichtet wird. Während Hinweise zu Messengern wie ICQ von der Zeit überholt worden sind, bleiben andere Hinweise topaktuell. Aber lesen Sie selbst:

Haltern. Heutzutage haben 89 Prozent aller Haushalte mit Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren einen Internetzugang. 70 Prozent der Jugendlichen sind täglich oder mehrmals die Woche im Internet aktiv. Da ist es nur richtig, dass Eltern sich über das Internet informieren wollen. Deswegen bot die Schulpflegschaft des Joseph-König-Gymnasiums am Mittwoch einen Informationsabend mit der Medienpädagogin Petra Raschke-Otto aus Warendorf an.

Unter dem Motto „Surfen, Gamen, Chatten – Das Internet und Co.: Freund oder Feind unserer Kinder?“ stellte sie positive und negative Seiten des weltweiten Netzes gegenüber.

Besonders wichtig war ihr dabei das Thema „Chatten“, das bei den Kindern und Jugendlichen meist an erster Stelle im Internet steht. Beim Chatten, also dem „Plaudern“ oder „Schwätzen“ über das Internet, handelt es sich in erster Linie um ein Kommunikationsmittel. Dabei müsse man zwischen sogenannten „Messengern“ und den öffentlichen „Chat-Räumen“ unterscheiden.

Messenger werden häufig nicht kontrolliert

Von Messengern, wie ICQ oder AIM, gehe meist keine Gefahr aus. „Sie sind harmlos“, resümierte Raschke-Otto. Beim Chatten in öffentlichen Chatrooms müsse man dagegen vorsichtig sein. „Sie werden häufig nicht kontrolliert“, kritisierte die Pädagogin. Hier könne es zu sexuellen Belästigungen und eindeutigen Angeboten kommen. Um eine gewisse Sicherheit entstehen zu lassen, müsse man daher das Gespräch in der Familie suchen: „Begleiten Sie Ihr Kind. Legen Sie gemeinsam Chat-Räume fest. Vertrauen Sie Ihrem Kind und vermitteln Sie Sicherheitsregeln“, riet Raschke-Otto. Dazu gehöre, dass man keine persönlichen Daten herausgibt, keine Bilder tauscht und auch keine direkten Treffen plant und wenn, dann nur mit Begleitung.

Weiter behandelte sie das Thema Computerspiele, über das sie sehr neutral berichtete. Im Vordergrund der Spiele stehe strategisches Denken sowie vor allem reaktionsschnelles und angemessenes Handeln. Sie förderten kein Mitgefühl. Erfahrene Spieler würden immer zwischen der realen und der virtuellen Welt unterscheiden können. Doch diese Fähigkeit hätte immer mit dem sozialen Umfeld zu tun. „Was macht mein Kind sonst in seiner Freizeit?“, forderte Raschke-Otto die anwesenden Eltern zum Nachdenken auf.

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