Bergwerk Blumenthal/Haard

Lauter Knall: So verlief die Sprengung des Förderturms bei Flaesheim

Ein lauter Knall sorgte am Mittwochmorgen für besorgte Anwohner in Flaesheim. Schuld war die Sprengung eines ehemaligen Förderturms in der Haard. Die Hintergründe.
Das letzte Relikt des Haard-Schachtes ist am Mittwochmorgen gefallen. © Thomas Stachelhaus

Am Mittwochmorgen war es soweit: Das letzte sichtbare Relikt des Haard-Schachtes in Datteln ist Geschichte. Der Knall durch die Sprengung war bis Flaesheim zu hören.

Um 9.30 Uhr erfolgten drei Warnsignale. Dann drückte Sprengmeister Eduard Reisch die rote Taste der Zündmaschine. Es erfolgte ein lauter Knall und eine Minute später kippte der 46 Meter hohe Förderturm der ehemaligen Schachtanlage „An der Haard 1“ an der Redderstraße im Jammertal in südlicher Richtung zu Boden.

Das Schachtgerüst mit einer Grundfläche von 15 mal 20 Metern war das letzte Zechenbauwerk auf dem Areal. Alle anderen Gebäude und Anlagen hatte die von der RAG Montan Immobilien mit dem Rückbau beauftragte Firma ARGE Proch/Prümer schon in den vergangenen Monaten mit schwerem Gerät konventionell zurückgebaut.

RAG wollte Schaulustige vermeiden

Wie Stephan Conrad, Sprecher von RAG Montan, im Anschluss mitteilte, zeigte sich Sprengmeister Reisch sich mit dem Ablauf der Sprengung hochzufrieden: „Es hat alles wie geplant geklappt, die Sprengladungen zündeten wie vorgesehen und der Turm fiel in die richtige Richtung.“

Auch Holger Kelm, der verantwortliche Projektingenieur der RAG Montan Immobilien, zeigte sich nach der Sprengung entspannt: „Der Schacht an der Haardt liegt ja mitten im Waldgebiet, deshalb haben wir die Sprengung in Abstimmung mit den Behörden vorher öffentlich nicht bekannt gegeben. Denn immer wieder versuchen Neugierige, solche Sprengungen aus der Nähe zu verfolgen und beachten dann nicht den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand rund um die Sprengstelle.“ Auf dem Areal in der Haard sei das schwer zu kontrollieren gewesen.

Kein Zutritt in einem Radius von 200 Metern – Waldwege abgesichert

In Abstimmung mit Polizei, Feuerwehr und Ordnungsbehörden hatte die RAG Montan nach eigenen Angaben entschieden, den Sprengabbruch unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchzuführen. Die RAG Montan hatte allerdings das in der Nachbarschaft gelegene Hotel Jammertal von dem Termin im Vorhinein informiert.

Zusätzlich war der 200 Meter umfassende Sicherheitsradius um die Sprengstelle festgelegt worden, für den ein absolutes Zutrittsverbot galt. Diesen Bereich hatte die RAG von Kontrollposten an allen umliegenden Waldwegen absichern lassen.

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