Andre Rohlf (v.l.), Michael Rohlf, Luise Horstmann, Maik Rohlf, Lukas Schlüter, Barbara Risthaus und Kristin Brinkmann organisierten die Spendenaktion. Nicht im Bild Annika Schmidt und Britta Liebig. © Antje Bücker
Fluthilfe

Lavesumer Hofgemeinschaft organisiert vierteilige Spendenaktion

Die Flutkatastrophe traf auch Pferdehöfe schwer. Halterner Landwirte und Pferdefreunde stellten nun eine erfolgreiche Spendenaktion auf die Beine - auch mit Hilfe eines tierischen Fotoshootings.

Die Flutkatastrophe hat auch landwirtschaftliche Betriebe und Pferdehöfe stark getroffen, weiß Familie Schlüter. Sie betreibt in Lavesum einen Pferdehof, vermietet Boxen und hält zudem Rinder. Die Katastrophe hat sie ebenso betroffen gemacht wie ihre Einstaller und andere befreundete Landwirte und Unternehmer.

„Gemeinsam hatten wir den Wunsch, zu helfen und haben zusammen mit Freunden eine umfangreiche, vierteilige Spendenaktion ins Leben gerufen. In Form von Sach- und Geldspenden wollen wir einen Beitrag zur Nothilfe leisten für Höfe und private Pferdehalter in der Krisenregion“, erklärte Lukas Schlüter.

Spenden aus der Stallgemeinschaft und von anderen Betrieben

„Ein Teil der Aktion bestand aus einer Kleidersammlung und Kleiderspenden, die die Mitglieder unserer Stallgemeinschaft gesammelt haben“, berichtete er weiter, „wir haben einen Bulli fast randvoll beladen mit den Spenden. Ein Bekannter, welcher gebürtig aus Ahrweiler stammt, hat sie bereits in die Krisenregion gebracht“.

Für die Lieferung von Heu benötigten sie allerdings mehr als einen Bulli. Landmaschinenhändler Stegemann aus Billerbeck, Lohnunternehmen Agrarservice Reken sowie Landwirt Tobias Schlüter aus Lünzum stellten kurzerhand Schlepper und Tieflader zur Verfügung, um den Transport von insgesamt 40 Quaderballen und 23 Rundballen Heu zu ermöglichen. Gespendet wurde das Heu von insgesamt elf landwirtschaftlichen Betrieben aus Hünxe und Haltern, unter ihnen die Familie Drüing vom Reitstall Granat und der Hof Schlüter. Michael Rohlf und Luise Horstmann vom Forstservice Rohlf aus Klein-Reken und Ideengeber und Organisatoren dieser Aktion, wollten am Sonntag (1. August) die Futtermittel nach Ahrweiler fahren.

Wie sie selbst sich fühlen würden, wenn Haus und Hof, sämtliches Hab und Gut samt Tieren den Fluten zum Opfer fielen, möchte sich auch Luise Horstmann nicht vorstellen. „Es hat uns alle erschüttert zu sehen, was den Menschen dort geschehen ist. Es war uns wichtig, zu helfen und damit auch andere Landwirte zu animieren, langfristige sinnvolle Beiträge zu leisten. Mit einer einmaligen Spende von Gütern, die man sowieso gerade übrig hat, ist es nicht getan. Die Menschen dort brauchen regelmäßige Hilfe über einen langen Zeitraum.“

Ein weiterer Teil der Spendenaktion bestand im Sammeln von Baumaterialien für Zäune, Zaumzeug, Pferdedecken und weiterem Zubehör für die Tiere.

5500 Euro Spendengelder generiert – Fotoaktion hat alle Erwartungen übertroffen

Besonders erfolgreich war auch die Idee eines Fotoshootings für Tierbesitzer, die Annika Schmidt hatte. Sie fand in Kristin Brinkmann, Barbara Risthaus und Britta Liebig schnell Mitstreiterinnen bei der Umsetzung. Die vier Frauen sind alle selbst Mitglieder der Stallgemeinschaft Schlüter. Das Ablichten der Tiere stellte den vierten Teil der Spendenaktion dar. Einen festen Betrag pro Bild hatten die Fotografinnen nicht festgelegt; die Höhe, die komplett gespendet wurde, konnten die Kunden selbst bestimmen.

Geshootet wurde nach Wahl im Freien, als Portrait oder vor einer Foto-Leinwand. 50 Personen von Höfen aus Raesfeld, Schwerte, Marl und Haltern nahmen das Angebot gerne an. „Es hat uns absolut überwältigt, welche Resonanz wir mit dieser Aktion ausgelöst haben,“ sagten Barbara Risthaus und Kristin Brinkmann, „Wir haben 5500 Euro einnehmen können. Damit hätten wie nie gerechnet!“ Das Geld kommt nun der Reitanlage Marienhof in Stotzheim bei Euskirchen zugute. Der Kontakt kam über gemeinsame Bekannte zustande.

„Mich macht es sehr froh, dass ich helfen kann“, fasste Luise Horstmann die umfangreiche Organisation der Spendenaktion zusammen, „zugleich zeigt es mir, welch ein Glück wir haben, in der Position von Helfern zu sein und nicht selbst Hilfe zu benötigen. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Beteiligten noch einmal ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit bedanken.“

Über die Autorin
Journalistin und Fotografin wollte ich schon während der Schulzeit werden. Trotzdem bin ich erst nach vielen Umwegen zur Zeitung gekommen. Die Berichterstattung über die Ereignisse in der großen weiten Welt haben meinen Horizont erweitert, der Lokaljournalismus meinen Blick auf die wesentlichen Dinge vor der eigenen Haustür.
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Antje Bücker

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