Alloheim unter neuer Leitung: Carmen Susanne Liese will die Probleme in den Griff bekommen

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Nach einem Leitungswechsel brach das Chaos im Alloheim aus und führte zum Belegungsstopp. Jetzt hat eine neue Chefin das Ruder übernommen, die das Haus in ruhiges Fahrwasser bringen will.

Sythen

, 28.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Man werde sich bei der Suche nach einer neuen dauerhaften Leitung für das Sythener Alloheim Zeit lassen und erst dann eine Lösung präsentieren, wenn eine geeignete Persönlichkeit gefunden ist. So hatte es der Betreiber des Hauses, die Alloheim Senioren-Residenzen SE, nach dem Skandal um einen Belegungsstopp im Herbst angekündigt.

Jetzt stellte das Unternehmen mit Carmen Susanne Liese die neue Leiterin der „Seniorenresidenz Sythen am See“ vor. Die 59-Jährige hat die Einrichtung bereits am 1. Mai übernommen und löste den Interims-Chef Daniel Kärcher ab. „Ich will das Haus wieder in ruhige Fahrwasser bringen“, sagte sie bei einem Gespräch vor Ort.

Das schlechte Image des Alloheims im Neubaugebiet habe sie nicht abgeschreckt. „Ich habe schon in der Vergangenheit Häuser geführt, die ähnliche Schwierigkeiten hatten“, machte Carmen Susanne Liese deutlich, dass sie sich ihre neue Aufgabe zutraut.

Neue Leiterin des Alloheims setzt auf Teamarbeit

Ihr sei aber bewusst, dass sie ohne das Mitarbeiterteam nicht erfolgreich sein könne. Ausschlaggebend für ihre Zusage, die Einrichtungsleitung zu übernehmen, sei die Leistung und Motivation der Belegschaft gewesen. „Was haben die Mitarbeiter alles schon hinter sich?“, habe sie sich gefragt.

Bekanntlich hatte der Kreis Recklinghausen aufgrund von erheblichen Mängeln in der Pflege einen Aufnahmestopp für das Haus verhängt. Die Mitarbeiter sorgten dafür, dass der Betrieb des Hauses weiterlief.

Bei Daniel Kärcher habe sie die Ehrlichkeit beeindruckt. Auch die Verbindung zu Nicole Krause als Pflegedienstleitung habe sofort gepasst. Die 33-Jährige hat diese Funktion Anfang des Jahres übernommen. „Sie ist jung, aber unheimlich kompetent“, betonte Carmen Susanne Liese.

Carmen Susanne Liese will Begegnung auf Augenhöhe

Ebenfalls positiv äußerte sich die neue Chefin über die Zusammenarbeit mit der Leiterin des sozialen Dienstes, Ulrike Höppner, und dem Qualitätsbeauftragten Dennis Moreis-Mendes. „Das sind tolle Kollegen“ urteilte sie.

In den Vordergrund ihrer künftigen Arbeit wolle sie die Begegnung auf Augenhöhe und den Dialog stellen. Das betreffe sowohl die Bewohner der Einrichtung und ihre Angehörigen als auch die Mitarbeiter. „Als gelernte Krankenschwester bin ich Basisarbeiterin“, fügte Carmen Suanne Liese mit einem Lächeln hinzu. „Am wichtigsten ist mir die Zufriedenheit dieser Menschen“, erklärte sie außerdem. Ebenso strebe sie eine gute Nachbarschaft an. Das Alloheim in Sythen solle als Teil des Dorfes wahrgenommen werden.

Heimbeirat will der neuen Chefin Zeit lassen

Heimbeirat Jürgen Koch, der ein wichtiger Ansprechpartner für die Einrichtungsleitung ist, im Sinne der Bewohner über die Zustände im Haus wacht und, wie im Herbst geschehen, Mängel der Heimaufsicht des Kreises meldet, äußerte sich wie folgt zum Führungswechsel im Alloheim: „Die Übergangszeit (Anm. d. Red. zwischen dem Interimsleiter und der neue Dauerleitung) fand ich gut.“

Der Beirat wolle Carmen Susanne Liese nun eine angemessene Zeitspanne lassen, um im neuen Job anzukommen und im System Alloheim zu arbeiten. „Wir haben einen guten Draht. Ich bin mit der bisherigen Zusammenarbeit sehr zufrieden“, beschrieb er seine persönliche Verbindung zur neuen Chefin in Sythen. „Es macht Spaß, mit Frau Liese zu kommunizieren. Sie nimmt auch Dinge an und versucht, diese umzusetzen.“

Heimbeirat will neue Einrichtungsleitung unterstützen

Der Heimbeirat werde Carmen Susanne Liese unterstützen. Positiv bewertete Jürgen Koch auch die Betreuung der Bewohner durch den sozialen Dienst (Ulrike Höppner). Diese sei sehr engagiert. In einigen Monaten werde man sehen, „ob es im Alloheim in Sythen läuft oder nicht.“

Der Aufnahmestopp des Kreises ist seit 1. Januar aufgehoben. Zurzeit ist das Haus mit 80 Plätzen voll belegt. Es sind 79 Mitarbeiter beschäftigt, 53 in der Pflege.

Carmen Susanne Liese kann auf fast vier Jahrzehnte Erfahrung in der Pflege in Krankenhäusern und Senioren-Einrichtungen zurückblicken. In den vergangenen Jahren hat sie zwei Pflegeeinrichtungen im Ruhrgebiet geleitet und war zuvor etwa auch als Qualitätsbeauftragte tätig. Nach Abschluss der Krankenpflegeschule seinerzeit hat sie eine Weiterbildung zur Krankenschwester für Innere Medizin und Intensivmedizin absolviert und dann in verschiedenen (Intensiv-) Bereichen eines Krankenhauses in Gelsenkirchen gearbeitet. Darauf folgten einige Jahre in einer Facharztpraxis für Geburtshilfe und Gynäkologie bevor sie 2011 in die Seniorenpflege wechselte. Dort absolvierte sie Weiterbildungen zur Qualitätsbeauftragten und anschließend zur Einrichtungsleiterin.
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