Lippe: Flussregenpfeifer kommt aus warmen Winterquartieren zurück

Der kleine Flussregenpfeifer ist perfekt an das Leben am Wasser angepasst. Der Watvogel kehrt nun aus seinen warmen Winterquartieren an die Ufer der Lippe zurück.
Durch Flussbegradigungen in der Vergangenheit sind Flussregenpfeifer in der Region selten geworden – an natürlichen Uferbereichen, wie es sie wieder an der Lippe gibt, finden die kleinen Vögel ein Zuhause. © B. Stemmer/EGLV

Dort, wo der Lippeverband für einen natürlichen Lebensbereich sorgen konnte, findet er ein Zuhause. So auch im Kreis Recklinghausen, wo bereits Vogelpaare der selten gewordenen Gattung gesichtet wurden, schreibt der Lippeverband in einer Mitteilung.

Mit seiner sandbraunen Gefiederfärbung, seinem schwarzen Stirnband und dem gelben Augenring fällt der rund 15 Zentimeter kleine Vogel kaum auf. Er gleitet über Kies und Schlamm und verharrt plötzlich, wenn er Beute erspäht. Seine Leibspeise: Insekten, Larven und Weichtiere, die knapp unter der Wasseroberfläche oder zwischen Kieselsteinen leben.

Flussregenpfeifer fehlen Brutplätze

Da es kaum noch natürliche Uferbereiche gibt, an denen der Vogel auf Nahrungssuche gehen kann, leben in Deutschland schätzungsweise nur noch 4.000 bis 6.800 Paare. Das Flussregenpfeiferpaar baut kein Nest, sondern legt seine Eier direkt in kleine Bodenmulden. Die Brutzeit beginnt im April und dauert bis Juli. Nach rund 25 Tagen schlüpfen die Jungen. Doch ohne die entsprechenden Auenflächen oder Inseln mit Sand- und Kiesbereichen fehlen die Brutplätze.

Mit dem Schwimmbagger kann der Lippeverband das Gewässer besonders schonen von künstlichen Begrenzungen befreien. Hier wird die Lippe breiter, flacher und lebendiger, denn besonders Fische, Eisvögel oder Uferschwalben fühlen sich in den natürlichen Randzonen wohl.
Mit dem Schwimmbagger kann der Lippeverband das Gewässer besonders schonen von künstlichen Begrenzungen befreien. Hier wird die Lippe breiter, flacher und lebendiger, denn besonders Fische, Eisvögel oder Uferschwalben fühlen sich in den natürlichen Randzonen wohl. © Klaus Baumers / EGLV © Klaus Baumers / EGLV

Flussbegradigungen haben dem Flussregenpfeifer, der zu den sogenannten Watvögeln zählt, die Lebensgrundlage genommen. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts zielten wasserbauliche Veränderungen auf einen schnellen Abfluss des damals meist stark verunreinigten Wassers ab.

Das macht der Lippeverband:

  • Der Lippeverband ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt.
  • Seine Aufgaben sind in erster Linie die Abwasserentsorgung und -reinigung, Hochwasserschutz durch Deiche und Pumpwerke und die Gewässerunterhaltung und -entwicklung. Dazu gehört auch die ökologische Verbesserung technisch ausgebauter Nebenläufe.
  • Darüber hinaus kümmert sich der Lippeverband in enger Abstimmung mit dem Land NRW um die Renaturierung der Lippe.
  • Dem Lippeverband gehören zurzeit 155 Kommunen und Unternehmen als Mitglieder an, die mit ihren Beiträgen die Verbandsaufgaben finanzieren. www.eglv.de

Dank der sich deutlich verbesserten Gewässerqualität können Wasserwirtschaftsverbände heute wieder neue Auenflächen anlegen und der Natur helfen, sich frei zu entwickeln. Über 60 Kilometer Uferlinie wurden so bereits an der Lippe entfesselt und der eigendynamischen Entwicklung überlassen.