Meinung

Lippeverband muss konsequent bleiben, sonst klappt der Klimaschutz nicht

Arbeitspause auf dem Lippedeich, die Baustelle ist leergeräumt. Aber deshalb ist die Fluss-Landschaft kein rechtsfreier Raum. Dass Zäune und Schilder fehlen, wird aktuell gern missverstanden.
Der neue Lippedeich in Lippramsdorf während der Bauphase. Die Landschaft wirkt dürftig. Anpflanzungen gibt es nicht, stattdessen wurde der Deich lediglich mit  einer biodiversen Saatgutmischung als Schutzschicht eingesät.
Der neue Lippedeich in Lippramsdorf während der Bauphase. Die Landschaft wirkt nach wie vor dürftig. Anpflanzungen gibt es nicht, stattdessen wurde der Deich lediglich mit einer biodiversen Saatgutmischung als Schutzschicht eingesät. © Halterner Zeitung

Der Hochwasserschutz an der Lippe zwischen Haltern-Lippramsdorf und Marl – daher stammt der Begriff „HaLiMa“ – ist das gewaltigste Projekt in der Geschichte des Lippeverbandes. Bei den Vorbereitungen des Bauprojektes galt unter anderem der Natur größte Aufmerksamkeit.

So wurden extra neue Brutplätze für Kiebitze in Wulfen geschaffen – um nur ein Beispiel zu nennen. Hat sich diese extreme Achtsamkeit mit hohen und kostspieligen Standards verflüchtigt?

Zwar sollte Artenschutz auch während der Bauphase im Fokus stehen. Aber auf welchen Schonflächen sollen Vögel zur Brutzeit ein sicheres Plätzchen finden, wenn von der Leine gelassene Hunde am Deich ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen und bis in die letzten Winkel stöbern? Oder wenn Autofahrer die letzten Meter bis zum Fluss nicht laufen wollen?

Lippeverband überlässt Naturschutzgebiet sich selbst

Es gibt weder Kontrollen noch Hinweisschilder darauf, dass Erholungssuchende sich in einem Naturschutzgebiet und dazu noch in einem europäischen Schutzgebiet befinden. Selbst wenn die karge Landschaft am Deich das nicht vermuten lässt. Der Lippeverband überlässt gerade einen hochsensiblen Bereich sich selbst.

Nun könnte man an das Verantwortungsgefühl der Deichgänger appellieren. Doch das Wegsehen ist bei manchen zur Gewohnheit geworden. Der Lippeverband, der sich die ökologische Gewässerentwicklung auf die Fahnen geschrieben hat, muss dringend handeln.

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