Lippramsdorf buchstabiert sich ab Januar auf Ortsschildern zweisprachig

hzNeue Ortseingangsschilder

Fünf zweisprachige Ortsschilder für Lippramsdorf sind am Baubetriebshof in Haltern eingetroffen. Was in Orten Niedersachsens ganz normal ist, ist für Haltern noch einzigartig.

Lippramsdorf

, 28.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Baubetriebshof liegt gut verpackt, was ab Januar sichtbar wird. Halterns Ortsteil Lippramsdorf erhält neue Ortstafeln und die haben einen Namen mehr als alle anderen Ortsein- und Ausgang-Schilder in der Stadt. Zurückzuführen ist das auf einen Antrag des Lippramsdorfer Heimatvereins.

Der hatte im April 2018 bei Bürgermeister Bodo Klimpel beantragt, die Lippramsdorfer Ortsschilder um den plattdeutschen Ortsnamen Ranstrop zu ergänzen. Ein Jahr später verabschiedete der Rat diese Änderung. Nun sind fünf neue Schilder am Baubetriebshof eingetroffen und warten darauf, installiert zu werden.

„Regionalsprache wird durch die Schilder sichtbarer“

Reinhold Wieschus, Vorsitzender des Heimatvereins, freut sich: „Durch die Aufnahme des plattdeutschen Namens auf die Ortsschilder wird die Regionalsprache für die Öffentlichkeit sichtbarer. Außerdem tragen die Schilder dazu bei, dass die Menschen sich stärker mit ihrem Ort identifizieren.“

Die Initiative für die Ortsschilder ging von der NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) aus. Mit ihr setzte sich die Fachstelle für Niederdeutsch im Westfälischen Heimatbund dafür ein. In den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind sie schon gang und gäbe. Der Düsseldorfer Landtag hatte Ende 2017 einem entsprechenden Antrag zugestimmt.

Die Nennung des Kreises Recklinghausen entfällt

Die plattdeutsche Ortsbezeichnung kann von nun an in kleinerer Schrift unter dem hochdeutschen Namen ergänzt werden. In der ersten Zeile steht der Name des Ortsteils: Lippramsdorf. In der zweiten Zeile die plattdeutsche Bezeichnung: Ranstrop. In der dritten Zeile die Bezeichnung der zugehörigen Stadt: Haltern am See. Die Nennung des Kreises entfällt.

Die Schilder wurden in Münster gefertigt. Sie kosten jeweils gut 130 Euro und werden über Sponsoren, darunter auch die Wählergemeinschaft und der Heimatverein, finanziert.

Ranstrop war die früheste Bezeichnung des Ortes

Aufgestellt werden sie an einfallenden Straßen: Dorstener Straße (aus Fahrtrichtung Haltern am See kommend), Dorstener Straße (aus Fahrtrichtung Dorsten kommend), Birkenallee, Lembecker Straße und Erzbischof-Buddenbrock-Straße.

Die Bezeichnung „Ranstrup/Ranstrop“ entspringt der niederdeutschen Sprache (Plattdeutsch) und lehnt sich an die mittelalterliche, früheste Bezeichnung an.

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