Marihuana-Dealer verkaufte Drogen an Schüler

Zu 21 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt

Nach einer Serie von Drogenverkäufen an einen 16-jährigen Schüler ist ein Marihuana-Dealer aus Haltern in Recklinghausen zu 21 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem muss er 40 soziale Arbeitsstunden ableisten. In seiner ehemaligen Wohnung wurde eine Art "Hexenküche" aufgefunden.

HALTERN

05.08.2016, 15:32 Uhr / Lesedauer: 1 min

Drogenfahnder hatten bei einer Razzia am 4. Dezember 2015 in seiner ehemaligen Wohnung in Herten eine Art „Hexenküche“ ausgehoben. Unter anderem waren Kanister mit Kühlerfrostschutzmittel, Schwefelsäure und destilliertem Wasser gefunden worden. Außerdem waren Kartons voller Glasampullen und sogar zwei Gasmasken entdeckt worden.

Weitere Gespräche

Einen ersten Prozesstermin hatten die Richter vor zwei Wochen noch ohne Urteil abgebrochen, weil weitere Zeugen zur Altersfrage des Drogenkäufers gehört werden sollten. Im Nachgang des Termins hatten dann hinter verschlossenen Türen aber doch noch einmal Gespräche zwischen Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht stattgefunden. Und, weil der Anwalt des Dealers dabei offenbar signalisiert hatte, dass der Halterner das (minderjährige) Alter seines jungen Stammkunden möglicherweise doch kannte, wurde ganz schnell ein neuer Termin anberaumt. Der Belastungszeuge hatte im Zeugenstand bereits beteuert: „Er wusste zu 100 Prozent, dass ich erst 16 bin. Wir haben uns doch über unser jeweiliges Alter unterhalten."

Neben dem Verkauf von Drogen an Minderjährige ging es vor Gericht auch um den Fund der „Hexenküche“. Die Utensilien und Geräte zur Herstellung von synthetischen Drogen hatte zwar nachweislich ein damaliger Mitbewohner des Halterners mit in die Wohnung gebracht. Er hatte aber auf die Drogenvorräte des Mitbewohners zumindest jederzeit Zugriff.

Der Mitbewohner selbst war wegen Drogenhandels erst vor kurzem in Marburg zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Lesen Sie jetzt