Marl treibt Kraftwerk-Planung voran

Chemiepark

Die Stadt Marl macht Dampf, damit der Chemiepark sein neues Kraftwerk an der Lippe bauen kann. Warum für das Kraftwerk aber ein neues Konzept erstellt werden muss.

HALTERN

von Von Elisabeth Schrief

, 09.03.2012, 15:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Noch in diesem Jahr führt Halterns Nachbarstadt die Bauleitplanung durch, 2013 will sie den Bebauungsplan aufstellen und als „Sondergebiet Kraftwerk“ ausweisen. Das teilte Baudezernent Wolfgang Kiski Donnerstagabend im Stadtentwicklungsausschuss mit. Die ersten Pläne für ein überdimensioniertes Kohlekraftwerk an der Grenze zu Lippramsdorf-Mersch hatten vor zwei Jahren massive Proteste in Haltern ausgelöst. Unter anderem führten diese zur Gründung der Bürgerinitiative für Lebensqualität und Umweltschutz (BLU).

Infracor, zuständig für die Energieversorgung im Chemiepark, konzipiert neu, aber nicht reduziert: Der Bebauungsplan soll ein Kraftwerk mit maximal erreichbarer Flexibilität im Hinblick auf Größe und Brennstoff zulassen. Von der Festsetzung als Sondergebiet verspricht sich die Stadt Marl eine deutlich elastischere Planung und einen Abwägungsprozess mit höherer Rechtssicherheit. Grundsätzlich soll nur ein Kraftwerk gebaut werden, das am Standort umsetzungsfähig ist und die Umwelt gering belastet. Das schwächste Glied der Kette, schreibt die Stadt Marl, ist maßgeblich für den Planungsfall.

Im Chemiepark sorgen drei Industriekraftwerke für die Energieversorgung, sie erzeugen in Kombination Strom und Dampf. Sie sind zum Teil veraltet. „Ohne sichere Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen gehen für die Chemie die Lichter aus“, betont Infracor-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Korte.

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