Masken und Abstand: Halterner Schulen bereiten sich auf Öffnung vor

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Desinfektionsmittel-Spender am Eingang, Mundschutz für Schüler und Lehrer, Abstand in den Klassenräumen: Das sind nur einige der Maßnahmen, die die Schulen für Donnerstag planen.

Haltern

, 22.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die weiterführenden Schulen in NRW werden am Donnerstag wieder öffnen - zunächst nur für die Abschlussklassen und für die Abiturienten. Letztere entscheiden freiwillig, ob sie erscheinen.

Auch in Haltern öffnen daher die Schulen für diejenigen, die ihren Abschluss in diesem Jahr anstreben. Die Stadt als Schulträger ist grundsätzlich für den Hygieneplan in Schulen zuständig. Dieser sei nun an die aktuelle Coronavirus-Lage und an die Vorgaben angepasst worden, wie Stadtsprecher Georg Bockey auf Nachfrage mitteilte. Dazu gehören Desinfektionsmittelspender an den Eingängen und die Bereitstellung von Seife und Papierhandtüchern auch in den Klassenräumen.

Waschbecken in jeder Klasse

„Wir sind in Haltern in der glücklichen Situation, dass es in den Schulen in jedem Klassenraum ein Waschbecken gibt“, so Bockey. Das städtische Reinigungspersonal kümmere sich um die Sauberkeit der Klassenräume und Toiletten, reinige Handläufe, Türgriffe und sonstige Kontaktflächen. Maximal 15 Schüler dürfen sich in den Klassenräumen gemeinsam aufhalten, ein Mindestabstand von 1,5 Metern muss gewährleistet sein - so die Vorgaben des Schulministeriums für die Coronavirus-Prävention. Man erwarte, dass die Schüler mit einem Mundschutz in die Schule kommen.

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In der Realschule sind es 162 Schüler, die in diesem Jahr die Prüfung absolvieren wollen. Die 10er-Klassen werden laut Schulleiter Frank Cremer klassenweise in zwei Gruppen aufgeteilt, die erste wird von der ersten bis zur dritten Stunde, die zweite von der vierten bis sechsten Stunde beschult. Der Unterricht erfolgt nur in den zentralen Prüfungsfächern - Deutsch, Englisch und Mathe. Jede Gruppe habe einen extra Raum, es gibt keine große Pause. Nur fünfminütige Pausen zwischen den Stunden. Außerdem sei jeder Gruppe eine Toilette zugeteilt worden.

„Wir haben das Problem, dass wir nur 65 Prozent der Lehrkräfte einsetzen können“, sagt Frank Cremer. Diejenigen, die zu den Coronavirus-Risikogruppen gehörten, fielen raus, ebenso wie Kollegen, die Angehörige pflegen. Am Donnerstag seien sechs Kollegen im Einsatz.

Schule hält Masken für Schüler vor

Man habe frühzeitig an die Eltern kommuniziert, dass man auf Masken bestehe, so Cremer. Die Lehrer würden mit gutem Beispiel voran gehen. Für alle, die keinen Schutz organisieren können, stünden aber in der Schule einfache Masken bereit. Diese wurden teilweise von Kollegen und Eltern genäht, aber auch von der örtlichen Änderungsschneiderei gespendet. „Wir müssen da jetzt alle zusammen durch“, bilanziert Cremer die Anstrengungen. Die Realschule wolle sich an die Prüfungstermine halten, auch wenn man offiziell nicht mehr daran gebunden sei.

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Im Gymnasium herrscht ebenfalls das Maskengebot, auch hier wurde gespendet und es werden zusätzlich vom Förderverein auch Masken paketweise verkauft. Für Schulleiter Ulrich Wessel ist es noch nicht absehbar, wie viele der 117 Abiturienten tatsächlich am Donnerstag kommen. „Es ist ja keine Pflicht, wir bitten aber dringend, zumindest den ersten Termin wahrzunehmen“, so Wessel weiter.

Klausuren müssten zurückgegeben werden, vieles noch besprochen und geregelt werden. Die erste Leistungskursschiene starte Donnerstag, die zweite Freitag, die dritte dann am Montag. Bis 10 Uhr am Vortag der jeweiligen Schiene bittet die Schule um Rückmeldung. Der Unterricht werde in zwei Schichten organisiert, die Gruppen blieben in ihren zugeteilten Räumen. Maximal 12 Schüler plus eine Lehrkraft seien dann in den Räumen. Ulrich Wessel: „Wir können auf 80 Prozent der Lehrkräfte zurückgreifen, das ist eine gute Nachricht.“

Im Gymnasium werden ebenfalls Desinfektionsmittelspender an den Eingängen aufgestellt.

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