Menschliche Überreste am Sythener Bahnhof entsetzten Reisende

Nach Selbstmord

SYTHEN Zart besaitete Gemüter sollten jetzt nicht weiter lesen. Am Mittwoch (13.1.) hatte sich ein 65-jähriger Mann im Sythener Bahnhof vor einen Zug geworfen. Bis Montagmittag (18.1.) waren die schrecklichen Folgen des Selbstmordes nicht gänzlich weggeräumt.

von Von Silvia Wiethoff

, 18.01.2010 / Lesedauer: 2 min
Menschliche Überreste am Sythener Bahnhof entsetzten Reisende

Am Bahnhof Sythen waren am Montag Mitarbeiter der Deutschen Bahn vor Ort.

Ein ethisch unhaltbarer Zustand. Schon am Donnerstag verweigerten Fahrschüler nach der Rückkehr aus der Schule das Mittagessen. Zu schrecklich war für sie, was sie unvorbereitet gesehen hatten. „Am Bahnhof stinkt es bestialisch“, klagten sie außerdem. Sowohl der Deutschen Bahn als auch der Kripo wurde dieser tragische Umstand gemeldet. Das Versprechen, man werde den Unfallort noch einmal inspizieren und gegebenenfalls säubern, wurde aber nicht eingelöst.

Zwar rückten am Samstag Beamte der zuständigen Bundespolizeidirektion Dortmund zum Bahnhof Sythen aus. Aufgrund der Witterung sahen sie aber keine Möglichkeit, die Gleise reinigen zu lassen. Dies änderte sich gestern schlagartig. Eine Stunde nachdem sich die Halterner Zeitung mit der Deutschen Bahn und der Bundespolizei Dortmund in Verbindung gesetzt hatte, begutachteten deren Mitarbeiter noch einmal den Unfallort.

Ein Foto von den verschmutzten Gleisen, das direkt an die Direktion der Bundespolizei geschickt wurde, gab schließlich den Ausschlag. Der Bestatter wurde noch einmal beauftragt, das Gleisbett zu säubern. Der Unfall am Mittwoch sei ein „extremer Suizid“ gewesen, entschuldigte sich Jürgen Karlisch, Pressesprecher der Bundespolizei Dortmund. Hoher Schneefall und Frost hätten die Aufräumarbeiten behindert. Offensichtlich seien zunächst nicht alle Leichenteile erkannt und beseitigt worden

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