Messe in der Seestadthalle: Corona-Krise sorgt für weniger Besucher

hzHandwerker-Leistungsschau

Die inzwischen 23. Handwerkerleistungsschau in der Seestadthalle am Wochenende hatte gleich mit mehreren Widrigkeiten zu kämpfen. Die Resonanz des Publikums hielt sich daher in Grenzen.

Haltern

, 11.10.2020, 12:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ausgerechnet heute ist der Kreis Recklinghausen zum Corona-Risikogebiet erklärt worden“, sagte eine wenig glückliche Anika Zinke vom Veranstalter Messecom-Nord am Samstag. „Im Radio wird dazu aufgerufen, Menschenansammlungen zu meiden. Das sind keine guten Voraussetzungen für eine Messe.“

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55 Aussteller konnten die Veranstalter in der Seestadthalle präsentieren. Das waren weniger als sonst. „80 bis 90 Aussteller hatten wir sonst immer“, so Anika Zinke. Vier Messen hat die Messecom Nord mit Sitz in Marl nach dem Corona-Lockdown bereits veranstaltet. „Wir haben ein gut funktionierendes Schutzkonzept“, so Anika Zinke. In der Tat waren die Abläufe von der Registrierung über die Händedesinfektion und breite Gänge perfekt organisiert.

Manfred Lippert gestaltet Fassanden mit isolierender Korkfarbe.

Manfred Lippert gestaltet Fassanden mit isolierender Korkfarbe. © Jürgen Wolter

Die Branche der Messeveranstalter zählt allerdings zu den am meisten von der Pandemie betroffenen. „Wir wissen nicht, wie wir uns davon wieder erholen sollen“, sagt Anika Zinke. „Aber wir versuchen, weiter zu machen.“

Vielversprechende Kontakte zu Neukunden

Viele Aussteller sehen das Problem der Messeveranstalter. „Ich erhoffe mir nichts von der Messe“, sagt beispielsweise Tischlermeister Andre Ettmann aus Lüdinghausen. „Aber meine Geschäfte laufen nicht schlecht, ich bin heute auch aus Solidarität hier. Wir arbeiten seit vielen Jahren mit dem Veranstalter Rainer Zinke gut zusammen. Ich bin heute hier, um ihn zu unterstützen, weil ich weiß, wie schwer es diese Branche hat.“

Timo Möllers und Nina Stegemann informierten sich bei Christian Weis am Stand der Massivhaus GmbH.

Timo Möllers und Nina Stegemann informierten sich bei Christian Weis am Stand der Massivhaus GmbH. © Jürgen Wolter

Mit dieser Meinung stand er nicht allein da. Ähnlich äußerten sich mehrere Aussteller und einige hatten am Samstag trotz der Widrigkeiten auch bereits vielversprechende Kontakte zu Neukunden geknüpft. „So eine Messe wirkt auch nachhaltig“, sagt Marc-Philippe Schulz. Er ist mit seinen Unternehmen Schulz PV spezialisiert auf Photovoltaikanlagen. „Es werden Adressen aufgenommen. Man bleibt den Kunden im Gedächtnis. Wichtig ist, Präsenz zu zeigen.“

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„Es sind zwar keine Massen da, aber die, die kommen, haben auch konkrete Projekte vor. Wir stellen weniger Quantität, aber mehr Qualität bei den Kunden fest“, sagt Organisatorin Anika Zinke.

„Viele hochwertige Handwerksbetriebe“

Zwei davon waren Arno und Dorothea Wojcinski aus Datteln. „Wir wollen eine Solaranlage auf unser Dach bauen“, sagt Arno Wojcinski. „Darüber haben wir uns hier informiert. Auch ein Fenster muss erneuert werden, da sind wir auch fündig geworden. Ich finde es erstaunlich, wie viele hochwertige Handwerksbetriebe hier vertreten sind. Der Besuch hat sich gelohnt.“ Auf viel Interesse stieß auch der Stand von Manfred Lippert. Er vertreibt exklusiv Korkfarbe, mit der Fassaden saniert und isoliert werden können.

Hochwertige Fliesen präsentierten Kllaudija und Justin Gabriel Dedaj zusammen mit Yuri Kutscherenko.

Hochwertige Fliesen präsentierten Kllaudija und Justin Gabriel Dedaj zusammen mit Yuri Kutscherenko. © Jürgen Wolter

Das Fliesenhaus Dedaj aus Haltern präsentierte hochwertige Fliesen für die Innenraumgestaltung, die Verbraucherberatung Marl informierte über die Fördermöglichkeiten bei moderner Heiztechnik. Banken und die Stadt Haltern waren diesmal zwar nicht vertreten, Interessenten am Hausbau fanden aber bei der Massivhaus GmbH die richtigen Ansprechpartner, so wie Nina Stegemann und Timo Möllers aus Marl, die sich am Stand beraten ließen.

Nach dem eher ruhigen Samstag füllte sich die Seestadthalle am Sonntag dann etwas mehr. Die Besucherzahlen der Vorjahre waren allerdings diesmal nicht zu erreichen.

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