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Mickie Krause: „Ich möchte trotzdem ernst genommen werden"

hzIm Interview

Auch in diesem Jahr tanzt Mickie Krause wieder mit hunderten Halternern auf dem Prickings-Hof in den Mai. Warum er trotz seines Berufs ernst genommen werden will, erzählt er im Interview.

Haltern

, 23.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Mickie Krause ist sowas wie ein Stammgast auf dem Prickings-Hof. Pünktlich zum Tanz in den Mai will er den Halternern auch in diesem Jahr wieder einheizen. Mit Volontärin Johanna Wiening sprach er im Vorfeld über seine Leidenschaft für seinen Beruf, Ernsthaftigkeit und die Mickie Krause School.

Herr Krause, wie ist das, auch nach 21 Jahren noch vor betrunkenen Menschen aufzutreten? Immer noch Lust?

Also wenn ich keine Lust hätte, würde ich den Job erstens gar nicht machen und zweitens würde mir dann auch die Glaubwürdigkeit fehlen. Ich liebe diesen Job und bin nach wie vor hoch motiviert. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass ich den Antrieb habe, jedes Jahr neue Songs zu produzieren und nicht immer die gleichen Lieder zu singen. Und was die betrunkenen Menschen angeht: Ich habe auch vor denen den nötigen Respekt. Jeder hat das Recht, mal ein Bierchen zu trinken und zur Musik von Mickie Krause zu feiern.

Wie viele Termine machen Sie im Jahr?

In Deutschland sind es rund 200, dazu kommen zwischen Mai und Oktober 30 auf Mallorca und Anfang des Jahres 20 Apres Ski-Termine in Österreich. Insgesamt komme ich also so auf 250 Termine, dazu noch rund 15 Auftritte im Fernsehen bei Florian Silbereisen oder im Fernsehgarten.

Kann man bei so vielen Terminen seine eigenen Songs überhaupt noch hören?

Mir machen meine Songs nach wie vor Spaß. Klar gibt es manche Songs, die man nicht immer spielen möchte. „Ich bin Solo“ ist zum Beispiel so einer. Aber dann spiele ich den drei Wochen nicht und dann habe ich auch wieder Lust darauf. Da variiere ich immer. „10 nackte Friseusen“ habe ich bestimmt schon ein halbes Jahr nicht mehr gesungen, könnte ich aber mal wieder. Der Song wird dieses Jahr 20 Jahre alt, deswegen gibt es davon bald eine neue Version. Und das trägt dann natürlich dazu bei, dass ich das Lied wieder lieber spiele.

Woran entscheiden Sie, welche Songs du an einem Abend spielst?

Ich gucke mir immer das Publikum genau an. Wenn es eher ältere Leute sind, dann können die mit „Biste braun, kriegste Frau’n“ nicht so viel anfangen. Für die Jüngeren ist „Für die Ewigkeit“ wohl eher nichts. Also ist das immer unterschiedlich.

Gerüchten zufolge tragen Sie ja eine Perücke. Leben Sie also privat lieber unerkannt?

Ich weiß gar nicht woher das Gerücht kommt, ich trage keine Perücke. Bei mir ist alles echt.

Aber ob Perücke oder nicht: Wird man als Schlagersänger überhaupt ernst genommen?

In meinem Beruf habe ich ja nicht immer das Bestreben, ernst genommen zu werden. Wenn ich mich aber zu ernsten Themen äußere, dann will ich da natürlich wie jeder andere Mensch auch ernst genommen werden. Insgesamt glaube ich aber, dass ich den Spagat da schon ganz gut hinbekomme. Ich war ja jetzt auch eine Woche in Ruanda, da konnte ich mich ja auch ernst zu äußern.

Sie sprechen das Projekt in Ruanda ja bereits an. Wie ist es dazu gekommen?

Ich war eingeladen zur Nacht des deutschen Schlagers in der Karibik. Das ist eine Reise mit ca. 700 Leuten, wo dann mehrere Schlagerstars auftreten, unter anderem eben auch ich. Der Veranstalter dieser Reise war „Fly & Help“. Das ist eine Organisation, die in die Bildung investiert und aus den Spenden hauptsächlich neue Schulen in Entwicklungsländern errichtet. Der Gründer dieser Stiftung, Reiner Meutsch, hat dann einige Tage vor meinem Auftritt einen Vortrag über die Arbeit der Stiftung gehalten. Davon war ich so angetan, dass ich eine Schule in Ruanda gespendet habe, die Mickie-Krause-School. Ich finde es besonders toll, dass 100 Prozent der Spende in das Projekt gehen. Sonst hört man ja oft, dass auch die Verwaltung einen Teil der Spende bekommt, das ist hier aber nicht so.

Aus Ruanda sind Sie jetzt aber schon eine ganze Weile wieder zurück, der Alltag hat Sie wieder. Treten Sie zum ersten Mal in Haltern auf?

Nein, ich war schon vier, fünf Mal bestimmt in Haltern. Das ist jedes Jahr fest eingeplant für mich, der Tanz in den Mai auf dem Prickings-Hof. Ich freue mich darauf.

Mickie Krause kommt am 30. April zum Tanz in den Mai auf den Prickings-Hof, Niehuser Weg 14. Auch Anna-Maria Zimmermann wird auftreten. Die Veranstaltung beginnt um 20.30 Uhr, Einlass ist ab 19.30 Uhr. Karten können für 15 Euro im Onlineshop von Prickings-Hof oder bei der Halterner Zeitung, Gantepoth 10, erworben werden. Wenn noch Karten da sind, gibt es diese auch an der Abendkasse.
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