Mit selbstgemachter Brühe löscht Stefan Himmelmann den Reis und das Gemüse ab. © Elisabeth Schrief
Gegen Corona-Langeweile

Mit Video: Stefan Himmelmann zeigt, was Familien gemeinsam kochen können

Stefan Himmelmann weiß, was Kindern schmeckt und wieviel Spaß es macht, wenn Familien zusammen kochen. Gerade jetzt in der öden Coronazeit. Der Koch hat einen guten Vorschlag.

Eltern und Kinder hocken jetzt in Zeiten des Lockdowns viel mehr als sonst aufeinander. Manchmal ist viel Phantasie nötig, um die auferlegten Corona-Beschränkungen auszuhalten. Lesen, basteln, spielen… Langeweile… Wie wäre es mal, die Geschmacksnerven zu kitzeln? Stefan Himmelmann vom Hotel-Restaurant Himmelmann in Haltern-Lippramsdorf schlägt ein Abenteuer in der Küche vor. Er lädt Eltern und Kinder ein, gemeinsam eine Mittagsmahlzeit zu kochen. Der versierte Koch hat sich einen gesunden und leckeren Vorschlag überlegt.

Stefan Himmelmann hat das Kochen im Alter von 14 Jahren für sich entdeckt. Heute führt er mit seiner Frau Britta in dritter Generation das Hotel und Restaurant in Lippramsdorf. Sein Faible fürs Kochen hat er an Sohn Tobias weitergegeben, Tochter Marie backt lieber und das besonders gut. Beide Kinder sind inzwischen erwachsen, aber Stefan Himmelmann weiß trotzdem immer, was Kindern besonders schmeckt.

Apfel-Pfannkuchen, Nudeln und noch viel mehr

„Im Restaurant bestellen sie meistens Nudeln, Fischstäbchen, Apfel-Pfannkuchen oder hausgemachte Chicken Nuggets“, erzählt Stefan Himmelmann. Wenn er seine Profiküche zur Bühne von Kindergeburtstagen macht, dann zeigt er den Jungen und Mädchen, was sonst noch zu ihren Lieblingsgerichten avancieren könnte.

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Zu Besuch in der Küche von Stefan Himmelmann

Und was gibt es heute? Gebratene Hähnchenkeule Tandoori auf Gemüse-Reispfanne. In seiner Küche hat Stefan Himmelmann die Zutaten zusammengelegt: Vier Hähnchenschenkel, Paprika, Lauch, Möhren, eine Zwiebel, ein Suppenschüssel voller Basmati-Reis, Joghurt, Gewürze (Tandoori, Salz, Pfeffer, Curry). Als erstes heizt er den Backofen vor.

Schnittiger Küchenhelfer für das bunte Gemüse

Die Hähnchen-Schenkel schneidet Stefan Himmelmann am Gelenk einmal durch und an der Unterkeule am Knochen ein. Kindern ab dem Grundschulalter traut er durchaus den Umgang mit Messern zu. Aber natürlich unter Aufsicht. Eltern, die ängstlich sind, übernehmen das Schneiden selbst. Grundsätzlich, sagt Stefan Himmelmann, ist die Arbeit mit einem großen Messer leichter als mit einem kleinen. Seines gleicht einem Hackebeilchen, dieser schnittige Küchenhelfer zerlegt später federleicht das bunte Gemüse in mundgerechte Stückchen.

Vorher bettet er die Hähnchen-Schenkel in eine feuerfeste Form, bestreicht sie mit der Marinade aus Joghurt und Gewürzen, um sie dann im Backofen bei 180 Grad 50 Minuten garen zu lassen. Knusprig kommen sie später aus der Hitze auf den Teller.

Das Gericht ist wandelbar – von bunt bis blond

Eltern und Kinder können während der Garzeit des Fleisches wunderbar im Team das Gemüse klein schneiden. Ein buntes Potpourri breitet sich vor Stefan Himmelmann auf dem Schneidebrett aus. Dieses Gemüse wandert in die Pfanne, in der Stefan Himmelmann vorher Butter ausgelassen hat. „Das ergibt den besten Geschmack.“ Zuerst hebt er die Möhren hinein, weil sie am härtesten sind. Sodann folgt der Rest.

Die Gemüsepfanne sei wandelbar, auch Erbsen oder Brokkoli sowie Blondes wie Blumenkohl und Kohlrabi tun sich mit dem Reis gern zu einer leckeren Mahlzeit zusammen. Die Temperatur der Kochplatte sollte nicht zu hoch sein, empfiehlt der Profi. Er schwenkt das Gemüse, wirft es hoch, sodass es wie Trampolinspringer Luftsprünge macht und sicher wieder in der Pfanne landet. Kochkunst eben.

Reis dazu, Brühe angießen, Deckel drauf: Während die Zutaten langsam vor sich hin garen, wäre jetzt Zeit zum Dekorieren des Tisches. Heute entfällt das, stattdessen erzählt Stefan Himmelmann, welches Gericht ihm seit seiner Jugendzeit noch heute großen Appetit macht: Deftiges Sauerkraut mit Kassler, wie er es aus der Küche seiner Mutter Marianne kennt.

Gute Vorbereitung ist die Basis für den Kochspaß

Der Backofen meldet sich, das Gericht in der Pfanne ist gar, der warme Teller steht bereit. Stefan Himmelmann füllt Reis und Gemüse dekorativ in einen Ring (es könnte auch ein Herz oder ein Stern sein) und drapiert darauf das Hähnchen. Fertig – und wie sich herausstellt – ziemlich lecker.

„Je besser das Kochen vorbereitet ist, umso mehr Spaß macht es“, gibt der Profikoch einen Tipp. Aber dieser Spaß ist mit Pflichten verbunden. Auch das Aufräumen der Küche gehört zu einem gemeinsamen Kochevent dazu. Es bleibt selbst dem besten Koch nicht erspart.

Gebratene Hähnchenkeule Tandoori auf Gemüse-Reispfanne

Das Rezept

Zutaten: 4 Hähnchenkeulen, 4 El Joghurt, Tandoori, Curry, Paprika, Butter, 1 Paprika gelb, 1 Paprika grün, 2 Paprika rot, 3 mittelgroße Möhren, 1 Stange Porree, 1/2 Zwiebel, 1 Suppentasse Basmatireis, Salz, Pfeffer, ca. 750 ml Rinderbrühe oder Gemüsefond.

Zubereitung: Die Hähnchenkeulen am Gelenk trennen und an der Unterkeule am Knochen einschneiden / den Joghurt mit Tandoori, Curry, Paprika, Salz und Pfeffer würzen und die Keulen darin marinieren / mit der Hautseite nach oben in eine Auflaufform zum Braten in den vorgeheizten Backofen bei 170-180C° ca 40-50 Min schieben / das Gemüse waschen, putzen und klein schneiden – blättrig und gewürfelt / die Karotten in Butter anschwitzen / die anderen Gemüse zugeben und weiter anschwitzen / den Basmati-Duftreis zugeben und mit Brühe angießen / die Gemüse-Reispfanne mit Deckel langsam garen und evtl. weitere Brühe nachgießen / Garzeit ca 20 Min / mit Salz und etwas Pfeffer sowie mit Kräutern nach Belieben abschmecken. Hier können auch gerne andere Lieblingsgemüse eingearbeitet werden. Durch die Zugabe von etwas Sahne wird dieses Gericht noch saftiger.

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Haltern am See ist für mich Heimat. Hier lebe ich gern und hier arbeite ich gern: Als Redakteurin interessieren mich die Menschen mit ihren spannenden Lebensgeschichten sowie ebenso das gesellschaftliche und politische Geschehen, das nicht nur um Haltern kreist, sondern vielfach auch weltwärts gerichtet ist.
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Elisabeth Schrief

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