Professor Dr. Onur Güntürkün, Annika Ellerbrock und Fabian Schmitz (v.l.) nahmen begeistert an der Jungfernfahrt teil. © Horst Lehr
Schiff getauft

Mit Video: Trotz Handicap aufs Wasser – Segelclub tauft neues Inklusionsboot

Das erste Halterner Inklusionsboot ist jetzt in der Stadtmühlenbucht auf den Namen „@Venture“ getauft worden. Damit ist der Segelclub Prinzensteg nun auch offen für alle Segler mit Handicap.

Der Segelclub Prinzensteg Haltern am See ist nach eigenen Angaben erst der fünfte Segelclub bundesweit, der über ein solches Angebot verfügt. „Das ist ein sichtbares Zeichen und eine positive Bereicherung für unsere schöne Stadt“, lobte Bürgermeister Andreas Stegemann in seinem Grußwort das Projekt, das jetzt eingeweiht wurde. Willy Dreckmann, der Vorsitzende des Segelclubs, bedankte sich bei allen Unterstützern, die das Projekt überhaupt erst möglich gemacht hatten. „Ich würde euch gerne alle einmal umarmen“, so Dreckmann.

Professor Dr. Onur Güntürkün von der Ruhruniversität Bochum, der selbst im Rollstuhl sitzt, nahm die traditionelle Schiffstaufe vor: „Für mich ist das total spannend“, sagte er und nahm begeistert an der anschließenden Jungfernfahrt auf dem Boot teil.

24.000 Euro für das Inklusionsboot

Die Idee zur Anschaffung eines Inklusionsbootes entstand im vergangenen Jahr bei der erfolgreichen Teilnahme von fünf Vereinsseglerinnen bei der weltgrößten Damenregatta, dem Helga Cup in Hamburg. Dort startete in einem Inklusionsboot auch die ehemalige Bahnrad-Weltmeisterin und Olympiasiegerin Christina Vogel, die nach einem schweren Trainingsunfall im Rollstuhl sitzt. „Das hat mich damals total inspiriert und ich habe gedacht, das können wir auch“, so Willy Dreckmann.

Seine Idee fand im Verein große Zustimmung und zusammen mit seiner Vorstandskollegin Pia Ellerbrock und ihrer Schwester Annika nahm das Projekt schnell Formen an. Im März dieses Jahres begann das Team mit der offiziellen Spendensammlung und konnte bereits im Mai stolz verkünden: „Wir haben den Kaufpreis in Höhe von 24.000 Euro zusammen.“

Das Inklusionsboot wurde auf den Namen
Das Inklusionsboot wurde auf den Namen “@Venture” getauft. © Horst Lehr © Horst Lehr

Bei der Firma RS Sailing in Hamburg wurde dann das Boot, eine „RS Venture Connect SCS Parasailing“ geordert. Dieses Inklusionsboot ist extra stabilisiert, mit speziellen Sitzschalen ausgebaut und durch die Bauweise mit Kiel sehr stabil im Wasser. Sechs bis acht Personen, davon zwei mit Handicap, finden auf dem Boot Platz und können so die Wassersportart Segeln erlernen und gemeinsam genießen.

Teil einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe

Dreckmann will das Vereinsangebot um das Thema Inklusion bereichern, um damit auch Menschen mit Handicap die Teilnahme am Segel- und Regattasport zu ermöglichen. Dies sieht er auch als Teil einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe des Vereins und will damit auch Kindern und Jugendlichen mit körperlichen Einschränkungen aus der näheren Umgebung die Ausübung des Segelsports ermöglichen.

Als Schirmherrin der Aktion konnte Dreckmann die ehemalige Welt- und Europameisterin im Fechten, Silke Schwarz, gewinnen. Sie hatte mit der deutschen Nationalmannschaft auch an den Paralympics 2000 in Sydney teilgenommen.

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Ist schon seit Jahren freier Mitarbeiter der Redaktion Haltern am See. Er fotografiert und berichtet über das lokale Geschehen und betreut die Serie „Das Sportporträt“. Darüber hinaus berichtet er in Wort und Bild über aktuelle sportliche Großereignisse im Outdoorbereich , wie Reitturniere, Laufveranstaltungen, Radrennen und Kartsport. Sein Spezialgebiet ist die Berichterstattung über Motorsport auf der Nordschleife des legendären Nürburgrings. Für die Dorstener Redaktion begleitet er dazu seit Jahren die heimischen Rennfahrer in der Langstreckenserie und beim Jahreshighlight, dem 24 Stunden Rennen.
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