Mitarbeitermotivation auf zwei Rädern: Kirche sattelt in Haltern um

Vertrag mit Leasing-Anbieter

Fahrrad statt Auto: Die Mitarbeiter der kirchlichen Einrichtungen in Haltern können demnächst vermutlich auf Diensträder umsatteln. Konkrete Pläne dazu liegen bereits in der Schublade.

Haltern

, 19.07.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Immer mehr Pendler steigen aufs Dienstrad. Auch Mitarbeiter der katholischen Kirche in Haltern sollen schon bald von einem besonderen Angebot profitieren.

Immer mehr Pendler steigen aufs Dienstrad. Auch Mitarbeiter der katholischen Kirche in Haltern sollen schon bald von einem besonderen Angebot profitieren. © dpa

In Zeiten von Fachkräftemangel widmen sich Unternehmen immer öfter verschiedenen Motivationsmodellen. Eines davon: die „Mitarbeitermotivation auf zwei Rädern“. Das Fahrrad gilt als attraktives Verkehrsmittel und eignet sich insbesondere im Kurzstreckenbereich sehr gut als Ersatz für ein Auto.

Von einem Dienstrad-Angebot sollen künftig auch die Angestellten der katholischen Kirche in Haltern profitieren können. Das Bistum Münster betreibt schon länger eine Kooperation mit dem Freiburger Unternehmen Jobrad. Nun sollen auch die Kirchengemeinden folgen. „Wir warten nur noch auf letzte Details und dann kann es losgehen“, sagt Britta Stenner von der Zentralrendantur Haltern.

„Keine Parkplatzsuche, keine Spritkosten“

Bei dem „Jobrad“-Angebot handelt es sich um ein Dienstrad-Leasing. Die Dienstfahrräder werden vom Dienstgeber geleast und dann den Mitarbeitern überlassen. Die Leasingrate wird vom Bruttolohn des Angestellten abgezogen: „Erst dann schlagen Steuern und Sozialabgaben zu Buche, sodass sich die Abzüge vom Lohn verringern“, erklärt Britta Stenner. Es gebe aber noch weitere Vorteile des Radleasings: „Keine Parkplatzsuche, keine Spritkosten.“

Britta Stenner ist Verwaltungsreferentin der Zentralrendantur Haltern.

Britta Stenner ist Verwaltungsreferentin der Zentralrendantur Haltern. © Ilka Bärwald

Die Beiträge für die obligatorische Fahrradversicherung übernimmt der Dienstgeber. Nach 36 Monaten kann der Mitarbeiter das Rad zurückgeben oder es für 18 Prozent des Kaufpreises erwerben. Auch eine private Nutzung ist möglich. Laut Informationen des Anbieters können Arbeitnehmer im Optimalfall bis zu 40 % gegenüber dem Direktkauf sparen.

Die Mitarbeiter können dabei ein Fahrrad wählen, egal ob Hollandrad, Lastenrad oder Mountainbike mit E-Antrieb. Die Fahrradleasinggesellschaft mit Sitz in Freiburg unterhält ein kooperierendes Händler- und Lieferantennetz in ganz Deutschland. Auch in Haltern am See gibt es vier Fahrradhändler, die Fachhandelspartner sind. Dazu gehört die Firma Big Wheel. Inhaber Michael Benthaus: „Wir erleben in diesem Bereich eine stetig steigende Nachfrage. Ich finde das toll, denn Arbeitgeber können damit gezielt die Gesundheit ihrer Beschäftigten fördern und durch die nachhaltige Mobilität zu sauberer Luft und Verkehrsentlastung beitragen.“

Säule der Personalgewinnung

Mittlerweile bieten immer mehr Arbeitgeber diese Form der Unterstützung für ihre Mitarbeiter an. Beim KKRN-Krankenhausverbund mit Häusern in Dorsten, Haltern, Marl und Herten hat man sich schon vor drei Jahren für das Modell des Fahrradleasings entschieden. „Das ist eine Säule der Personalgewinnung“, so Sprecherin Birgit Böhme-Lueg. Unter den 2630 Mitarbeitern des KKRN-Klinikverbundes (430 davon arbeiten im St. Sixtus Hospital Haltern) gebe es seit Einführung des Modells immer mehr, die sich für die umweltfreundliche Variante der An- und Abreise zu ihrem Arbeitsplatz erwärmen. „Viele nutzen das Rad nicht nur zum Pendeln, sondern auch in ihrer Freizeit. Und aktive Mitarbeiter sind gesündere Mitarbeiter.“

2011 wurden die steuerlichen Vorteile für Dienstwagen auch beim Räder-Leasing eingeräumt. Es gilt das sogenannte Dienstwagenprivileg in ähnlicher Weise auch für Fahrräder und E-Bikes. Der geldwerte Vorteil ist für Arbeitnehmer seit 2020 nur noch mit 0,25 % des Bruttolistenpreises zu versteuern.

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