Mitten im Corona-Chaos: Was tun, wenn man drei Wünsche frei hätte?

Coronavirus

Einfach so drei Wünsche frei zu haben wäre doch toll. In einer vierköpfigen Familie unterscheiden sich die Wünsche allerdings ziemlich stark, erzählt Familien-Kolumnistin Mareike Graepel.

von Mareike Graepel

Haltern

, 12.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Filme können Diskussionen anregen - zum Beispiel "Aladdin", den Familien-Kolumnistin mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern im Autokino gesehen.

Filme können Diskussionen anregen - zum Beispiel "Aladdin", den Familien-Kolumnistin mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern im Autokino gesehen. Was tun, wenn man drei Wünsche frei hätte? © Mareike Graepel

Vierundzwanzig – was eine magische Zahl. 24 Stunden gibt es am Tag (und die sind trotz kollektiven Hausarrests immer so schnell rum). 24 Türchen haben die Adventskalender (bis dahin ist ja Gottseidank noch eine Menge Zeit, um das Leben wieder in normale Bahnen zu lenken). Es ist ein Zahlenanagramm für 42 (und das ist ja bekanntlich die Antwort auf alle Fragen). Und es ist bereits der 24. Tagebucheintrag, den ich hier schreibe. Wer hätte das am Anfang gedacht – und vor allem auch, dass nach so vielen Wochen immer noch keiner weiß, wie es weitergehen wird. Wie im längsten Film der Welt, dessen Drehbuchautor und Regisseur versucht, so viele Darsteller und Darstellerinnen wie möglich zu retten.

So wie die Tochter des Sultans in „Aladdin“, dem Film, den wir am Karsamstag im Autokino am Bikertreff Vogel gesehen haben. (Wer das noch nicht ausprobiert hat: Das ist echt richtig, richtig toll da! Sehr empfehlenswert!)

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Drei Wünsche hat in der wohl bekanntesten Geschichte aus der wunderbaren Sammlung aus 1001 Nacht jeder frei, der an der Lampe reibt. Die meisten Menschen, so plaudert der Geist höchstselbst aus dem Nähkästchen, wünschen sich Reichtum, Macht oder die Kraft, Fehltritte wieder auszulöschen – also meist sehr egoistische Dinge.

Kein Coronavirus und endlich wieder Schule

Dinge, mit denen im Moment niemand etwas anzufangen weiß. Rockstars und Premierminister, Familienbesitz-Erben und Selbstständige, reich und arm, alt und jung, freiheitsliebende und Leute, die lieber zu Hause sind – wir sind alle in der gleichen Situation. Was wünschen wir uns denn dann, wenn wir so eine magische Lampe wie Aladdin hätten?

Die Kinder sind schnell sehr fix mit ihren Antworten. Orla wünscht sich: „Erstens, dass diese Corona-Zeit endlich vorbei ist. Zweitens, dass ich endlich wieder in die Schule gehen kann! Und ähm, drittens, dass unsere Hündin schon alle Tricks drauf hat, die ich ihr gern beibringen würde.“

Alva ist als nächstes an der Reihe. Sie wünscht sich, dass die Menschheit vergessen würde, jemals Plastik erfunden zu haben, und stattdessen umweltfreundliche Alternativen nutzt. „Und Gleichberechtigung wünsche ich mir auch. Oh, und einen ganz egoistischen Wunsch habe ich auch. Ich würde gerne unter Wasser atmen können.“

Ein Irish Pub in Haltern

Bei den Wünschen des Daddys wird klar, dass die Unmöglichkeit des Reisens ihn mehr beschäftigt, als er sonst zugibt, und ihm seine Familie in Irland sehr fehlt. „Ich würde mir eine Tür wünschen wie die Schranktür, die nach Narnia führt, nur, dass sie direkt nach Kinsale oder Cork führt, und wir durch das Hindurchschreiten einfach mal eben so dorthin könnten, ohne fliegen zu müssen oder so. Was ja sowieso nicht geht.“ Und sonst? „Einen Irish Pub in Haltern würde ich mir auch wünschen und als dritten Wunsch: Allen Menschen Raum und Zeit, um kreativ sein zu können in diesen Zeiten und in Zukunft.“

Ich habe schon während des Films – es gab kostenlose Zuckerwatte und unser Auto hat in Sekundenschnelle nach Kirmes gerochen, die sonst nicht so sehr mein Fall ist, aber jetzt würde ich so gerne Riesenrad fahren und Kettenkarussell und Paradiesäpfel essen – darüber nachgedacht, was ich mir wünschen würde. Jetzt mögen meine Wünsche melodramatisch wirken – aber ich meine das sehr ernst.

Mein erster Wunsch bedingt sich auf doppelte Weise selbst: Ich wünsche mir, dass niemand auf der Welt zu wenig hat und dass niemand auch nur denken muss, er oder sie käme zu kurz – das würde Hunger und Neid zugleich auslöschen. Dann würde ich mir wünschen, dass alle Berufe gleichwertig bezahlt würden, Kranken- und Altenpfleger, Autor, Musiker…

Und mein dritter Wunsch? Freiheit. In all ihren Facetten. Reisefreiheit, Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit, Herzensfreiheit. Ich merke schon, ich muss dringend mal an all unseren Lampen reiben.

Märchen lesen

An den Osterfeiertagen findet sich sicher Zeit, mit den Kindern etwas zu lesen oder ihnen etwas vorzulesen. Vielleicht ist das die Ostergeschichte für Kinder oder ein anderes Buch zu Ostern. Oder eben Märchen. Ganz gleich, ob aus 1001 Nacht oder von den Brüdern Grimm oder Astrid Lindgren – sich in die Geschichten und in die Wünsche der Menschen, die da aus Buchstaben und Wörtern entstehen, hineinzulesen, hilft vielleicht ein bisschen, wenn man sich gerade weit weg fühlt von allen Lieben. Tipp: Der Oma oder dem Opa gleich mit vorlesen, per Video-Anruf!
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