Motorsportclub sucht Trainingsgelände in Haltern

Diskussion um Naturschutz

Seit zwei Jahren sucht der Motorsportclub (MSC) Haltern am See ein Trainingsgelände vor Ort. Bisher vergeblich. „Daher wird leider immer wieder illegal auf dem Truppenübungsplatz hinter dem ehemaligen britischen Camp in Sythen gefahren“, bedauert der Vorsitzende Lukas Pampus. Dem wollen die Sportler keinen Nährboden bieten.

HALTERN

, 30.03.2017, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Halterner Motorsportclub sucht eine Trainingsstrecke.

Der Halterner Motorsportclub sucht eine Trainingsstrecke.

„Wir wollen diesen Fahrten keinen Nährboden mehr geben und das Problem direkt bei der Wurzel packen“, betont der Vorsitzende. Zum größten Bedauern habe es der Verein bislang aber nicht schaffen können, ein Offroadgelände einzurichten. „Vielerorts sind die Naturschutzbestimmung zu hoch oder sollen nicht aufgehoben werden“, schildert Lukas Pampus die verzwickte Lage des Vereins.

Dieser wurde vor zwei Jahren gegründet und hat derzeit 71 aktive Fahrer, Männer wie Frauen aus allen Berufssparten. „Das sind alles sport- und naturbegeisterte Enduristen und Motocross-Fahrer“, so der Vorsitzende. Die nächsten Trainingsstrecken liegen weit entfernt von Haltern: in Bremen, an der belgischen Grenze für die Enduro-Sportler; in Münster, Werl und Vosswinkel für die Motocross-Fahrer.

Die Versuchung, in den Borkenbergen zu trainieren, scheint groß. Am vergangenen Wochenende führte die Polizei Coesfeld mit Unterstützung der Polizei Recklinghausen, der Landesreiterstaffel Bochum, dem Ordnungsamt Lüdinghausen und der zuständigen Forstverwaltung einen ersten Sondereinsatz im Bereich des ehemaligen Truppenübungsplatzes Borkenberge durch. 25 Krad- und fünf Quadfahrer wurden auf dem Gelände gesehen. Die Polizei schrieb Anzeigen. Verstöße gegen das Fahrverbot im Naturschutzgebiet können mit bis zu 5000 Euro geahndet werden.

Auf den früheren Truppenübungsplätzen in den Borkenbergen und in Lavesum, die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt-Naturerbe GmbH übernommen werden, hat der Naturschutz oberste Priorität. Trotzdem versucht der Club weiterhin, dass dort für die Sportler ein Trainingsgelände abgezweigt wird. „Wir haben zwar ein Interesse an unserem Sport, wollen dabei aber natürlich den Naturschutz berücksichtigen“, bekräftigt Lukas Pampus. Er bietet eine offene, objektive Diskussion an.

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Gescheitert ist der Club gerade mit der Durchführung einer Benefizveranstaltung zugunsten des Klara-Hospizes Marl. Auf einem 10 Hektar großen, landwirtschaftlich genutzten Feld wollten die Sportler ein Offroad-Motorradrennen veranstalten. Doch der Kreis verlangte eine Artenschutzprüfung. Sie hätte rund 10.000 Euro gekostet. „Das ist eine absurde Summe für eine Tagesveranstaltung“, bedauert Lukas Pampus. Der Club setzt nun die Suche nach einem Gelände möglichst in Haltern oder in der Nähe fort. Lukas Pampus ist überzeugt: „Offroadsport und Naturschutz schließen sich nicht gegenseitig aus.“

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