Nach Autobrand auf Musikschulparkplatz: Brennende E-Autos für Feuerwehr nicht alltäglich

hzBrennendes E-Auto

Der Brand zweier Autos am Samstag in Haltern sorgte für einen größeren Feuerwehreinsatz. Ein Auto hatte einen Elektroantrieb. Für Feuerwehr und Abschleppdienst kein alltäglicher Einsatz.

Haltern

, 17.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Samstag war ein Auto auf dem Parkplatz der Musikschule in Brand geraten, das daneben parkende Elektroauto fing ebenfalls Feuer. „Glücklicherweise ist das Feuer nicht auf die Batterie übergesprungen“, sagt Werner Schulte, Leiter der Feuer- und Rettungswache in Haltern. Die Einsatzkräfte konnten den Trennschalter ziehen und so das Fahrzeug stromlos schalten.

Datenbank mit Fahrzeugdetails

Die Feuerwehr in Haltern nutzt, ebenso wie andere Feuerwehren im Kreis Recklinghausen, ein sogenanntes Crash Recovery System (CRS). Das ist eine Datenbank, die technische Details zu allen aktuell im Umlauf befindlichen Fahrzeugen enthält, auch Elektroautos. Über das Nummernschild lassen sich so alle sicherheitsrelevanten Daten abrufen.

Grundsätzlich lösche die Feuerwehr ein Elektroauto nicht anders als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, „mit Wasser, viel Wasser, oder Schaum“, erklärt Werner Schulte. Wichtig sei außerdem ein größerer Sicherheitsabstand. In Haltern habe es bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen Einsatz mit einem brennenden E-Auto gegeben.

In Dortmund hat im Juni ein Elektroauto gebrannt. Damals hat die Feuerwehr das Auto in eine sogenannte Löschmulde gehoben, einen mit Wasser gefüllten Container. Dort wurde das ausgebrannte Fahrzeug mittels Kran hineingehoben, um vollständig runterzukühlen.

Nach Autobrand auf Musikschulparkplatz: Brennende E-Autos für Feuerwehr nicht alltäglich

Das Abschleppunternehmen Obers aus Haltern hat auch einen Container, in dem E-Autos getaucht werden können. © privat

Über solch einen Container verfügt auch das Halterner Abschleppunternehmen Obers. Die Firma war auch für das Abschleppen des E-Autos am Samstag zuständig. „Wir haben uns schon frühzeitig Gedanken gemacht, was wir tun können, sollten wir ein verunfalltes Elektroauto haben“, sagt Juniorchef Olaf Obers.

Neben dem bereits erwähnten Container könne ein abgeschlepptes E-Auto auf dem Areal überwacht werden. „Das haben wir auch am Wochenende so gemacht“, sagt Obers. Im Zwei-Stunden-Rhythmus sei das Auto kontrolliert worden, ob auch im Nachhinein kein Feuer ausbricht. Bis zu 48 Stunden später könne eine Batterie anfangen zu brennen, weiß Olaf Obers. Diese Sicherheitsmaßnahmen erhöhten natürlich die Kosten auch für den Abschleppdienst.

Wenig Erfahrungswerte zu verunfallten E-Autos

Viele Erfahrungswerte zu verunfallten E-Autos gebe es bisher noch nicht, sagt er. Er sieht der neuen Technik aber gelassen entgegen. Anfang Dezember hat sein Unternehmen ein E-Auto auf der Autobahn 43 abgeschleppt, dessen Hochvolt-Anlage bei einen Verkehrsunfall beschädigt worden ist. Da habe man aber einfach die Batterie abschalten und das Auto verladen können.

Entsorgungsprobleme bei defekten E-Auto-Batterien habe man in Deutschland bisher noch nicht, sagt Olaf Obers. Es gebe zwei Firmen in Deutschland. „Die lassen sich das natürlich gut bezahlen.“

Zum Stichtag 1. November waren im Kreis Recklinghausen 671 Elektro-Pkw zugelassen, 68 davon in Haltern. Zum Vergleich: 353.459 konventionelle Pkw waren zu diesem Datum im Kreis zugelassen, davon 23.865 in Haltern.

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