Freispruch in Sachen Einbruch: Der Angeklagte neben Verteidiger Siegmund Benecken. © Jörn Hartwich
Landgericht Essen

Nach Einbruch in Haltern: Gericht hält Angeklagten für zu dick

Einem 145-Kilo-Mann war vorgeworfen worden, in Lippramsdorf durch ein aufgebrochenes Fenster geklettert zu sein und Waffen geklaut zu haben. Nachgewiesen werden konnte ihm das aber nicht.

Der Einbruch in ein Einfamilienhaus in Lippramsdorf bleibt weiter ungeklärt. Der einzige Verdächtige ist am Dienstag freigesprochen worden.

Die Richter am Essener Landgericht hatten am Ende zu viele Zweifel. Stutzig hatte sie auch die Figur des Angeklagten gemacht. „Vom Typ her unwahrscheinlich“, hieß es im Urteil. Mit 145 Kilo klettere man wohl eher nicht durch aufgebrochene Fenster. Außerdem sei Diebstahl überhaupt nicht das Metier des 31-Jährigen. Sein Geschäft seien die Drogen gewesen.

Der Angeklagte war zuletzt zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, weil er in Herten eine XXL-Cannabisplantage betrieben hatte.

Waffenschrank mit Pistole, Revolver und Munition mitgenommen

Bei dem Einbruch in Lippramsdorf waren im August 2019 Goldschmuck, knapp 3000 Euro Bargeld und ein kompletter Waffenschrank mit Pistole, Revolver und Munition mitgenommen worden.

An einer der Patronen hatte sich zwar DNA des Angeklagten befunden. Das hatte er jedoch damit erklärt, dass ihm alles zusammen im Tausch gegen Marihuana angeboten worden sei.

Verurteilt worden ist der 31-Jährige allerdings, weil er auch aus dem Gefängnis heraus Drogengeschäfte angebahnt haben soll. Insgesamt hat er nun sechs Jahre und drei Monate Haft vor der Brust. Das Urteil hat der Angeklagte nach Rücksprache mit Verteidiger Siegmund Benecken sofort angenommen.

Über den Autor
Gerichtsreporter

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.