Mit dem Winter kommt auch die Grippe zurück. Die Halterner Apotheken und Hausärzte haben sich schon auf die Influenza vorbereitet. Alles Wichtige zur Grippeimpfung in Haltern lesen Sie hier.

Haltern

, 14.10.2019, 17:04 Uhr / Lesedauer: 3 min

Deutschland bereitet sich auf die Grippe-Saison vor: Das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut hat bis Anfang Oktober 17 Millionen Dosen - ausnahmslos des Vierfach-Grippeimpfstoffs - freigegeben. Das sind bereits 1,3 Millionen Impfdosen mehr als in der gesamten Grippesaison des Vorjahres.

Auch Haltern stellt sich in diesem Jahr stärker auf die Grippe ein. Sowohl die Sixtus-, die Römer- und die Bärenapotheke etwa haben vermehrt Dosen mit dem Impfstoff bestellt. „Wir haben schon großzügig vorgesorgt und haben 30 Prozent mehr bestellt als sonst“, sagt Margrit Graé, Inhaberin der Sixtus-Apotheke.

Halterner Arztpraxis und Apotheken bereiten sich auf Impfsaison vor

Ähnlich sieht es in den Bären- und Römerapotheken aus: „Wir haben schon ein paar mehr bestellt, auch die Arztpraxen, die über uns bestellen“, sagt Inhaber Dr. Philipp Schulte-Mecklenbeck. Die Hirsch-Apotheke habe ganz normal eingekauft, sagt Inhaber Klaus Dewies. „Wir sind dem Ansturm gewachsen.“

Die Praxis von Dr. Björn Hollensteiner hat sich auf die Grippe-Saison mit einer separaten freien Impfsprechstunde eingerichtet: Seit vergangener Woche kann man sich hier immer dienstags und donnerstags in der Zeit von 15 bis 16 Uhr gegen die Grippe impfen lassen. Eine Ärztebindung gibt es für die Impfung nicht. „Die Schlange ging am Dienstag vorletzter Woche bis auf die Straße raus“, sagt Hollensteiner.

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Generell könne sich jeder Interessierte in dieser Zeit eine Impfung in der Praxis abholen. Bei medikamentösen Therapien mit etwa Kortison oder nach Operationen empfiehlt der Mediziner allerdings, sich an den eigenen Hausarzt zu wenden, um Reaktionen durch die Impfung zu vermeiden. „Der kennt die Vorgeschichte am besten“, sagt Hollensteiner.

25.100 Menschen sind 2017/2018 gestorben - ein Jahr später 966

25.100 Menschen in Deutschland sind in der akuten Saison von 2017 auf 2018 an den Folgen der Grippe gestorben. „Das ist die höchste Zahl an Todesfällen in den vergangenen 30 Jahren“, sagt Prof. Dr. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI).

Laut der Techniker Krankenkasse (TK) hat sich in der Saison 2017/2018 nur jeder zehnte Deutsche gegen die Grippe impfen lassen. „Bei den über 60-Jährigen, für die die Impfung ausdrücklich empfohlen ist, ließen sich nur rund ein Drittel (33,4 Prozent) impfen“, so Pressesprecherin Anne Wunsch von der TK. In NRW lag die Quote zur Impfbereitschaft laut TK in der Saison bei 9 Prozent.

Im Vergleich dazu gab es in der vergangenen Grippesaison von 2018 auf 2019 insgesamt 966 Todesfälle, heißt es im aktuellen Influenza-Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts.

Dass die Zahl der Todesfälle gefallen ist, könnte auch mit der höheren Impfbereitschaft der Menschen zu tun haben. „Es haben sich in unserer Praxis mehr Leute impfen lassen. Darunter waren viele Erstimpfer – ich denke, wegen der heftigen Grippewelle im letzten Jahr“, sagte uns die Halterner Ärztesprecherin Dr. Astrid Keller Ende 2018.

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Seit der vergangenen Saison übernehmen die Krankenkassen die Kosten für den Vierfach-Impfstoff gegen den Grippe-Erreger. Das soll auch weiterhin so bleiben: „Wir übernehmen die Kosten für die Vierfach-Impfung“, sagt beispielsweise Christian Elspas, Sprecher der TK NRW. „Das Virus verändert sich ja immer, und da ist es immer am besten, wenn man den neuesten und wirksamsten Impfstoff nutzt, der nach den wissenschaftlichen Kriterien gerade verfügbar ist.“ Wer sich impfen lasse, solle beim Arzt einfach die Versichertenkarte vorlegen.

Das Grippe-Hoch kommt immer im Januar

Die Zahl der Grippefälle steigt vor allem jedes Jahr im Januar an. Damit man rechtzeitig geschützt ist, empfiehlt das Robert-Koch-Institut eine frühzeitige Impfung im Oktober oder November.

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Krankheiten mit Influenza-Viren verlaufen mit sehr schweren Symptomen. Die Viren zerstören dabei zu einem gewissen Teil das Lungen-Gewebe. Fieber, Schlappheit, starke Kopf- und Gliederschmerzen sind Symptome, die auftreten können. In der Regel wird die Dauer einer Grippe vom RKI mit fünf bis sieben Tagen angegeben. In schweren Fällen kann die Grippe deutlich länger dauern – zwischen drei und sechs Wochen.

Vor allem Personen ab 60 Jahren, chronisch Kranke, Schwangere und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sind gefährdet, an der Grippe zu erkranken.

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