Wollen Ideen für mehr Fahrradfreundlichkeit sammeln und umsetzen, v.l.: Jannik May, Julia May, Finn Geschwandner und Adalbert Pollerberg mit Marcel. Dazu zählt ein kurzer Radweg am Weseler Tor © Jürgen Wolter

Neue Initiative will Haltern noch fahrradfreundlicher machen

Vor allem Schüler und Studenten machen mit bei einer neuen Bürgerplattform in Haltern. Sie wollen Ideen sammeln für mehr Fahrradfreundlichkeit in der Seestadt.

Ein Fahrradweg am Schüttenwall, eine Fahrradschleuse vor der Ampel der Holtwicker Straße oder eine direkte Verbindung von der Recklinghäuser Straße in die Innenstadt. Es gibt einige Ideen, wie man das Fahrradfahren in Haltern erleichtern und sicherer machen könnte. Dafür reichen oft schon geänderte Wegmarkierungen, Beschilderungen oder kleine bauliche Maßnahmen.

Das zumindest ist die Überzeugung einer neuen Initiative, die sich für mehr Fahrradverkehr in Haltern einsetzt. Sie hat sich Anfang April zusammengefunden. Initiator ist Adalbert Pollerberg, der sich auch bereits in der Initiative für einen Stever-Lippe-Radweg einsetzt. Er hat unter anderem seine Kontakte zu Schülern des Joseph-König-Gymnasiums genutzt, um sein Anliegen auf eine breitere Basis zu stellen.

Ein Radweg vom Weseler Tor zur Dr. Conrads Straße wäre vor allem für Schüler sinnvoll, findet die Initiative.
Ein Radweg vom Weseler Tor zur Dr. Conrads Straße wäre vor allem für Schüler sinnvoll, findet die Initiative. © Initiative © Initiative

„Der neue Stever-Lippe-Radweg erfordert ja auch bauliche Maßnahmen“, sagt Pollerberg. „Unserer neuen Initiative geht es darum, mögliche Verbesserungen für den Radverkehr durchzusetzen, die oft ohne oder nur mit sehr geringem Aufwand zu realisieren wären.“

Eigene Ideen einbringen

Zwar hätten sich das auch die Parteien im Stadtrat vorgenommen und forderten von der Verwaltung bis Ende des Jahres eine Prioritätenliste, mit der der Radverkehr in Haltern gestärkt werden soll. Die Initiative will aber nicht abwarten, was da kommt, sondern selber Ideen einbringen und zur Diskussion stellen.

Eine neue Wegeführung und eine Fahrradampel wünscht sich die Initiative auf dem Weg zum Merschtor.
Eine neue Wegeführung und eine Fahrradampel wünscht sich die Initiative auf dem Weg zum Merschtor. © Initiative © Initiative

Eine Reihe von Vorschlägen vor allem zum Innenstadtbereich hat sie schon zusammenstellt und unter der Internetadresse www.haltern-fahrradfreundlich.de präsentiert. Mit Lageplänen, Luftbildern und Fotomontagen, werden die Vorschläge anschaulich vorgestellt und sollen dazu anregen, eigene Ideen zu entwickeln. Der Initiative hält es für möglich, dank der bereitgestellten Mittel zur Förderung des Radverkehrs ein ganzes Bündel von Maßnahmen umzusetzen. Es wäre bedauerlich, wenn die Realisierung neuer Projekte an mangelnden Ideen scheitert, finden die Mitglieder.

Radweg am Weseler Tor

Ein Beispiel ist der Weg von der Kreuzung Weseler Tor in die Dr. Conrads-Straße. „Der wird von ganz vielen Schülern genutzt“, sagt Gymnasiastin Julia May. „Offiziell ist das aber nicht erlaubt, die Schüler fahren über den Rasen, der dort schon platt-gefahren ist“, ergänzt Student Jannik May. „Dabei ist der Weg über die Conrads-Straße für Schüler sicherer als die Holtwicker Straße“, findet Adalbert Pollerberg. „So eine Radverbindung wäre ohne viel Aufwand zu realisieren.“

Einen Radweg am Schüttenwall hält die Initiative ebenfalls für realisierbar.
Fahrradinitiative © Initiative © Initiative

Demnächst soll es auf dieser Plattform auch möglich sein, für eine eigene Bürger-Prioritätenliste abzustimmen und einzelne Vorschläge zu bewerten. So will Haltern-fahrradfreundlich sicherstellen, dass die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger beim Radwegebau berücksichtigt werden.

Alle Altersgruppen sind eingeladen, sich an dem Projekt zu beteiligen und sich per E-Mail unter team@haltern-fahrradfreundlich.de zu melden. Auch ein regelmäßiger Newsletter soll in Zukunft erscheinen.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter