Bei DM an der Münsterstraße werden die Kunden am Eingang auf die maximale Besucheranzahl und auf die Einkaufswagen-Pflicht hingewiesen. © Maximilian Konrad

Neue Regeln: In Haltern bilden sich beim Einkaufen noch keine Schlangen

Im Zusammenhang mit der Bundes-Notbremse dürfen in die Lebensmittelmärkte und Drogerien nur halb so viele Kunden. Dies könnte in den kommenden Wochen auch in Haltern zu Schlangen führen.

Nein, die Situation eines langen Wartens entstand noch nicht wirklich. Aber die Frau, die am Dienstagmittag in den Drogeriemarkt an der Münsterstraße wollte, musste sich zumindest einen kurzen Moment gedulden. Etwas unsicher fragte sie: „Mit einem kleinen Körbchen komme ich wohl jetzt nicht mehr in den Laden?“ Das ist korrekt. Sie musste darauf warten, bis jemand mit einem Einkaufswagen herauskam. Das geschah aber wenig später.

Diese und ähnliche Szenen könnte es bald häufiger in Supermärkten und Drogerien in Haltern und Umgebung geben. Denn: Die Notbremse-Regelung, die seit Samstag (24. April) gilt, hat auch Folgen für die Lebensmittelhändler. Vorher war in Märkten bis 800 Quadratmetern ein Kunde pro 10 Quadratmeter erlaubt. Jetzt ist es ein Kunde pro 20 Quadratmeter. Statt 80 Kunden dürfen in einem Laden solcher Größe also nur noch 40 Kunden gleichzeitig einkaufen.

Bilden sich Schlangen zu Stoßzeiten?

Das Ziel dahinter: mehr Abstand im Supermarkt und weniger Leute auf engem Raum. „Die neuen Regeln machen es für alle einfacher, den sicheren Abstand zu wahren. Und auch für unsere Marktmitarbeiter vereinfacht es den Überblick, wenn wir nur so viele Einkaufswagen ausgeben, wie sich Kunden im Markt gleichzeitig aufhalten können“, sagt Aldi-Pressesprecher Dennis Boczek.

Bei Lidl wird am Eingang gleich mehrfach darauf hingewiesen, dass jede Person, die den Laden betritt, einen Einkaufswagen benötigt. Zudem sind die Wagen, die nicht zur Verfügung stehen, mit Kabelbinder aneinander gekettet – wie es bei anderen Supermärkten schon seit längerem der Fall ist.

Im Lidl in der Münsterstraße in Haltern ist nur eine bestimmte Anzahl an Einkaufswägen verfügbar. Alle anderen Wagen sind mit Kabelbinder aneinander gekettet.
Im Lidl an der Münsterstraße in Haltern ist nur eine bestimmte Anzahl an Einkaufswagen verfügbar. Alle anderen Wagen sind mit Kabelbinder aneinander gekettet. © Steffi Papproth © Steffi Papproth

Jedoch könnten die nun geltenden Richtlinien perspektivisch zu Schlangen-Bildungen führen – gerade zu Stoßzeiten am Wochenende, in den Abstandstunden oder vor einem Feiertag wie dem 1. Mai, der am kommenden Samstag ansteht.

„Kunden verhalten sich diszipliniert und achten auf Abstände“

Ein kleiner Einkauf beim Netto am Dienstagmittag zeigt, dass ein Menschenauflauf weit entfernt ist. Nur eine Handvoll Menschen tummelt sich im Supermarkt. Für einen Ansturm hat Netto aber vorgesorgt: Am Eingang befindet sich der Hinweis, dass nur 35 Kunden gleichzeitig im Laden sein dürfen.

Ähnlich ist die Lage beim Frischemarkt Bösing in Lippramsdorf. Es ist ruhig und es stehen noch genug Einkaufswagen zur Verfügung. „Unsere Kunden verhalten sich sehr diszipliniert und achten auf Abstände. Wir hatten während der Corona-Zeit noch keine Probleme“, sagt Inhaber Josef Bösing.

Als klar war, dass die Notbremse-Regelung kommt, hat man hier gleich reagiert. Die Anzahl der Einkaufswagen wurde reduziert, ein Teil der Wagen wurde ins Lager verfrachtet.

App zeigt Anzahl der Kunden an

Um zusätzlich die Besucherzahl im Blick zu haben, hat sich Andreas Bösing, der stellvertretende Marktleiter, auch noch ein App zugelegt. Über eine Lichtschranke am Eingang werden die Kunden gezählt. Kurz bevor die maximale Anzahl erreicht ist, bekommt Bösing eine Warnung auf sein Handy. Aktuell sind 30 Besucher im Laden erlaubt.

Beim Frischemarkt Bösing ist am Eingang eine Lichtschranke angebracht, die die Anzahl der Kunden zählt.
Beim Frischemarkt Bösing ist am Eingang eine Lichtschranke angebracht, die die Anzahl der Kunden zählt. © Maximilian Konrad © Maximilian Konrad

Bei Rewe und Penny wird es neben der Beschränkung von Einkaufswagen auch Einlasskontrollen geben, wie Pressesprecher Thomas Bonrath erklärt.

Sicherheitsmitarbeiter bei Edeka geplant

Bisher gab es kaum Schlangen, die sich vor den Lebensmittelmärkten oder Drogerien gebildet haben. Aber die Händler schließen nicht aus, dass es dazu kommen wird. Aldi-Pressesprecher Dennis Boczek sagt: „Die Begrenzung der Kunden, die sich gleichzeitig in unseren Märkten aufhalten dürfen, kann vereinzelt zu Wartezeiten führen.“

Bei Edeka Bleise dürfen aktuell 80 Kunden rein. Ein Besucherzähler ist am Eingang angebracht, die Informationen bekommen die Mitarbeiter via App aufs Tablet. Da der Supermarkt zum 1. Mai hin einen größeren Ansturm vermutet, werden am Donnerstag und Freitag auch Sicherheitsmitarbeiter im Eingangsbereich postiert werden.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad