Auch viel offenes Land: Marius Keite und Michelle Liedtke vom DBU Naturerbe sowie Revierleiter Horst Böke stellten das Truppenübungsplatzgelände vor. © Ingrid Wielens
Truppenübungsplatz Lavesum

Neuer Eigentümer übernimmt Naturschutzgebiet Weißes Venn-Geisheide

Für die Öffentlichkeit freigegeben ist der ehemalige Truppenübungsplatz in Lavesum schon seit einigen Wochen. Jetzt wurde auch ein Teil der Eigentumsverhältnisse endgültig geklärt.

Der Rahmenvertrag war bereits 2016 geschlossen worden, jetzt ist es auch amtlich: Das Naturschutzgebiet Weißes Venn-Geisheide auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Lavesum ist nun offiziell Eigentum der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die Übertragung der Fläche auf das „DBU Naturerbe“, die gemeinnützige Tochtergesellschaft der DBU, ist notariell beurkundet worden.

Der ehemalige Truppenübungsplatz, genauer: die Panzerstraße zwischen Hülsten und Lavesum ist im September für die Bevölkerung freigegeben worden. © Ingrid Wielens © Ingrid Wielens

Das Gebiet im Nordwesten des früheren und insgesamt rund 1400 großen Armee-Geländes, das viele Jahrzehnte militärisch genutzt wurde, ist 328 Hektar groß. Der andere Teil der Fläche befindet sich noch im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA).

„Wertvolle Landschaften mit seltenen Tier- und Pflanzenarten“

„Der Bund hat uns mit dem Schenkungsvertrag die Aufgabe anvertraut, die wertvollen Landschaften der DBU-Naturerbefläche mit ihren teils seltenen Tier- und Pflanzenarten langfristig zu erhalten und zu optimieren“, erklärt Marius Keite. Der Justiziar und Prokurist im DBU Naturerbe sagt weiter: „Wir möchten unsere Flächen auf naturverträgliche Weise für die Bevölkerung erlebbar machen.“

Da der Boden noch mit Kampfmitteln belastet sei, bittet Keite die Besucher ausdrücklich darum, sich nur auf der seit September geöffneten, gut vier Kilometer langen ehemaligen Panzerstraße zwischen Lavesum und Hülsten zu bewegen. Bis 2015 hatte die Britische Armee das Gebiet als Scharfschießplatz für Infanterie genutzt. Keite: „Bitte verlassen Sie zu Ihrem eigenen Schutz nicht den freigegebenen Weg.“

Naturnaher Mischwald, Heideflächen und Sandmagerrasen

Heideflächen und Sandmagerrasen sind charakteristisch für die DBU-Fäche. Im Zuge der Schießübungen sei dieses andernorts selten gewordene Offenland bis heute erhalten, erklärt Förster Horst Böke vom Bundesforstbetrieb Rhein-Weser, mit dem das DBU Naturerbe einen Dienstleistungsvertrag abgeschlossen hat. Das Offenland solle durch gezielte Pflege bewahrt werden, sagt der Revierleiter. Es bietet auch Heidelerchen und Zauneidechsen Lebensräume.

Offene Flächen machen das Gelände des DBU Naturerbes aus. Sie bieten Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten. © Ingrid Wielens © Ingrid Wielens

Kiefern-, Birken- und Roteichenwälder umgeben die offenen Naturflächen. Der gesamte Wald solle sich zu einem naturnahen Mischwald mit standortheimischen Laubholzarten entwickeln, führt DBU-Sprecherin Michelle Liedtke aus. Schnell wachsende Nadelhölzer werden zunächst entnommen, so wird Licht und Raum für junge Laubbäume geschaffen. Keite: „Dann darf sich der Wald ohne menschliche Eingriffe entfalten.“ Fließend sollen auch die Übergange zwischen Wald und Heidelandschaft künftig sein – das Halboffenland käme etwa dem Baumpieper zugute.

Über die Autorin
Redaktion Haltern
Geboren in Dülmen, Journalistin, seit 1992 im Medienhaus Lensing - von Münster (Münstersche Zeitung) über Dortmund (Mantelredaktion Ruhr Nachrichten) nach Haltern am See. Diplom-Pädagogin und überzeugte Münsterländerin. Begeistert sich für die Menschen und das Geschehen vor Ort.
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Ingrid Wielens

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