Sixtus-Hospital

Neuer Oberarzt am Halterner St. Sixtus will neue Therapie-Methode etablieren

Das St. Sixtus-Hospital Haltern baut einen Teil der Chirurgie aus. Im Zuge dessen bekommt das Klinikum mit Jörn Halter einen neuen Oberarzt. Und noch eine weitere Neuerung wird es geben.
Dr. Peter Harding (l.), Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Halterner St. Sixtus-Hospital, freut sich über die Expertise seines neuen Oberarztes Dr. Jörn Halter in der Adipositas- und Diabetes-Chirurgie. © Günter Schmidt

Das Haltener St. Sixtus-Hospital darf einen neuen Oberarzt begrüßen. Dr. Jörn Halter ist seit April neuer Oberarzt der Viszeralchirurgie und erweitert das Leistungsspektrum der Klinik. Sein Steckenpferd ist die Adipositas- und Diabetes-Chirurgie.

Zuvor hatte Dr. Peter Harding lange nach einer geeigneten Verstärkung seines Teams gesucht – lange und gründlich. Schließlich galt es, so sagt der Ärztliche Direktor sowie Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am St. Sixtus-Hospital rückblickend, jemanden zu finden, der ihn „eins zu eins vertreten kann und zudem zum Haus passt.“

Halter (45), der neue Oberarzt, war in seiner Laufbahn 14 Jahre lang im Recklinghäuser Knappschaftskrankenhaus tätig, danach zog es ihn nach Fulda. Nun plant er ein Adipositas-Zentrum am St. Sixtus-Hospital zu etablieren. Im Interview sprach das Ärzte-Duo auch über weitere Visionen.

Herr Dr. Halter, Sie waren zuletzt in Fulda tätig, leiteten dort unter anderem auch die Bypass-Chirurgie. Was – außer eventuell der Namensgleichheit – hat Sie bewegt, die Stelle in Haltern am St. Sixtus-Hospital anzunehmen?

Halter: Das hat sowohl private als auch berufliche Gründe: Meine Lebensgefährtin lebt in Haltern, wir freuen uns, dass wir jetzt auch nicht mehr räumlich getrennt sind. Ich schätze die Menschen hier ebenso wie die Umgebung. Ich kenne Haltern sehr gut, da mein bester Freund aus Schulzeiten ebenfalls aus Haltern stammt und nutze meine freie Zeit, um hier Rennrad oder Inliner zu fahren oder zu joggen. Auch beruflich war das Angebot verlockend: Der persönliche Kontakt zu Herrn Harding und dadurch die kurzen, präzisen Wege in der Absprache haben mich ebenso überzeugt wie die Philosophie des Hauses, die Menschlichkeit. Und: Im Prinzip sind alle wichtigen Abteilungen im St. Sixtus-Hospital vertreten. Diese Interdisziplinarität ist mir persönlich wichtig, um die Patienten bestmöglich unter einem Dach versorgen zu können.

Wie sind Sie aufgenommen worden, wie war Ihr erster Eindruck?

Halter: Ich wurde sehr herzlich von einem sehr netten Team aufgenommen und merkte schon in den ersten zwei Wochen der Einarbeitung, dass eine Reihe anderer Abteilungen gespannt auf die Verknüpfung mit der Viszeralchirurgie wartete. Es ist mir dabei ein besonderes Herzensthema, meinen Schwerpunkt, die Adipositas- und Diabetes-Chirurgie, neu einzubringen.

Wie sehen die Planungen, die Adipositas-Chirurgie zu implementieren, konkret aus?

Halter: In Zukunft werden wir eine Sprechstunde für Adipositas-Patienten etablieren. Denn bevor es zu einem operativen Eingriff kommt, ist eine sorgfältige Vorbereitung nötig, unter anderem mit einer multimodalen Therapie, hierzu gehören eine Ernährungsberatung, Bewegungs- und Verhaltenstherapie. In der Regel nach sechs Monaten steht dann die Entscheidung an, ob operiert wird oder nicht, und auf welche Art und Weise das geschieht. All das muss gut geplant sein, denn bei der Adipositas-Chirurgie geht es nicht nur primär um die Gewichtsreduktion. Es handelt sich um eine metabolische Chirurgie, die auch Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes und andere Folgeerkrankungen dauerhaft mit behandelt. Deshalb ist derzeit auch eine strukturierte, lebenslange Nachsorge von uns in Vorbereitung, bei der die Patienten mindestens einmal jährlich vorstellig werden sollten, bei Bedarf auch häufiger. Der Grund: Sowohl ein Wiederanstieg des Körpergewichtes als auch ein erneutes Auftreten der Folgeerkrankungen wie zum Beispiel eines Diabetes mellitus lassen sich dauerhaft nur mit einer engmaschigen Kontrolle verhindern.

Welches Spektrum bieten Sie an, sofern konservative Therapien nicht mehr wirksam sind und es zum operativen Eingriff kommt?

Halter: Ich beherrsche im Prinzip das gesamte Spektrum der Adipositas- und metabolischen Chirurgie, von der Schlauchmagen-Operation bis zu den verschiedenen Magen-Bypässen. Aber: Es ist viel Input nötig, bevor so etwas anläuft. In der Regel beginnt man mit Magenverkleinerungen, darauf baut man – auch von der Technik her – langsam auf. Adipositas-Chirurgie ist ein Marathon, kein Sprint.

Welche konkreten Planungen gibt es, was ist noch Vision?

Harding: Das mittelfristige Ziel ist es, ein von der Deutschen Fachgesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie, kurz DGAV, anerkanntes Adipositas-Zentrum am St. Sixtus-Hospital zu etablieren. Aber bis zur Zertifizierung dauert es erfahrungsgemäß einige Jahre. Jahre, in denen wir nicht untätig sein, sondern vieles in die Wege leiten werden. Für uns ist der Schwerpunkt Adipositas-Chirurgie ein zusätzliches Aushängeschild, mit dem unser Einzugsgebiet Richtung Münsterland stetig wächst. Zudem will die Viszeralchirurgie noch näher zusammenrücken mit den Internisten unter der Leitung von Chefarzt Dr. Martin Presch und so den größtmöglichen Benefit für unsere Patienten erreichen. Wir sind dabei gut vernetzt in der Region, zum Beispiel mit dem Pankreas-Zentrum, die Experten im Bereich der Bauchspeicheldrüse sind, oder mit Spezialisten für Speiseröhre sowie Lunge. Unsere Devise ist: Was wir nicht können, machen wir nicht. Wir sind keine Erlebnis-Chirurgie. Aber was wir machen, hat Hand und Fuß, und das ist viel. Sprich: Große Ziele für ein mittelgroßes Haus.

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