Joachim Reck (r., Büro für Freiraumplanung, Oberhausen) und Norbert Bornemann (Technische Dienste Stadt Haltern) zeigen die Pläne für die Neugestaltung des Realschul-Schulhofes. © Elisabeth Schrief
Schulzentrum

Neuer Schulhof für Halterns Realschule, Votum für Gymnasium-Anbau

Nach den Plänen von Garten- und Landschaftsarchitekt Joachim Reck wird derzeit der Hof der Realschule neu gestaltet. Die Arena hätte er gern beseitigt, mit dieser Idee stieß er auf Granit.

Der Schulhof der Alexander-Lebenstein-Realschule ist derzeit mehr Baustelle als Aufenthaltsraum für die Schülerinnen und Schüler. Die Stadt investiert rund 750.000 Euro, um Schäden zu beseitigen, mehr Barrierefreiheit zu schaffen und die große Fläche mit Pflasterung, Grünanlagen und besserer Beleuchtung neu zu ordnen.

Joachim Reck, Garten- und Landschaftsarchitekt aus Oberhausen, stellte dem Ausschuss Schule/Sport/Kultur auf Wunsch des Vorsitzenden Franz Schrief die Pläne vor. Denn die Politik war in dieses Vorhaben nicht einbezogen worden, sie erfuhr aus der Zeitung von dem Projekt. Die Ausschuss-Mitglieder stellten fest: Hier entsteht Positives für den Schulbereich.

Realschule hat nun behindertengerechten Zugang

Am Anfang der Umgestaltung stand eine Sanierung. Denn Oberflächenwasser staute sich an, überall bildeten sich bei Regen tiefe Pfützen. Inzwischen ist auch der großzügige Eingangsbereich der Alexander-Lebenstein-Realschule neu gepflastert, es gibt weniger Stufen und einen behindertengerechten Zugang sowie Pflanzbeete. Joachim Reck hätte gern die Arena mit ihren vielen Stufen eingeebnet, damit scheiterte er aber am Widerstand der Schulgemeinde. Die Arena ist Kult und für die Jugendlichen ein unverzichtbarer Bestandteil ihrer Schule.

Der Ausschuss Schule/Sport/Kultur machte sich ein Bild von der Schulhofgestaltung. Joachim Reck hätte gern die Arena (r.) beseitigt, mit dieser Idee konnte er sich zu seinem Bedauern nicht durchsetzen. © Elisabeth Schrief © Elisabeth Schrief

Unterschiedlich gefärbte Pflastersteine grenzen einzelne Bereiche ab. So auch den Weg von der Philippistraße zur Holtwicker Straße, der über den Schulhof führt. Er darf von 16.30 bis 7.30 Uhr von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden, ohne dass er explizit als öffentliche Verkehrsfläche ausgezeichnet ist. Neue, dann in einer Linie aufgestellte Laternen beleuchten die Fläche. „Aktuell stehen hier viel zu viele Laternen und dazu noch ohne Konzept rechts und links“, so Joachim Reck. Bei Veranstaltungen in der Aula waren sie manchem Pkw „im Weg“. Der Eine oder Andere verließ eine Veranstaltung mit Freude, aber auch mit einer Beule im Autoblech. Bäume runden ein wohlgefälliges Bild ab. Gepflanzt werden Vogelkirschen und Hainbuchen.

Joachim Reck lieferte die Ideen für die Schulhof-Umgestaltung. Angelegt wurde bereits eine lange Rampe als behindertengerechter Zugang zur Realschule. © Elisabeth Schrief © Elisabeth Schrief

Im August soll der erste Bauabschnitt fertig sein. Es folgt die Neuordnung der Parkplatzfläche mit neuer Zufahrt zur Holtwicker Straße. Die Stadt hofft, Ende des Jahres Vollzug melden zu können.

Joachim Reck hat Spaß an der Arbeit in Haltern („sehr angenehm“). Er hatte beispielsweise auch schon die Bauleitung für die Neugestaltung der Stadtmühlenbucht und für zwei Abschnitte des Projektes „See schlägt Wellen“.

Politik gibt Startschuss für Erweiterung des Gymnasiums

Parallel zur Alexander-Lebenstein-Realschule hat die Stadt die Erweiterung des Joseph-König-Gymnasiums im Blick. Hier soll voraussichtlich auf dem jetzigen Bolzplatz ein Neubau mit 18 Klassenzimmern entstehen. Bereits 2017 hatte die CDU dazu einen entsprechenden Antrag gestellt.

Alle Parteien begrüßen diese Erweiterung, die damit auch das dreigliedrige Schulsystem in Haltern mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium zementiere. Außerdem beendet ein Neubau die Übergangslösungen mit beispielsweise einer Gymnasium-Depandance in der Joseph-Hennewig-Hauptschule. Eine (müßige) Diskussion um die Formulierung des Beschlussentwurfes zog den Tagesordnungspunkt in die Länge – obwohl sich die Parteien im Kern einig waren.

Die SPD wollte den Grundsatzbeschluss dezidierter formuliert haben, ihr wie auch den Grünen fehlten zudem die Angaben zu den voraussichtlichen Kosten. Darüber war allerdings bei der Haushaltsverabschiedung Ende 2020 beschlossen worden.

Letztlich entschieden die Parteien, dass gebaut werden soll. Als nächster Schritt beginnt die Detailplanung, Baustart könnte im Jahr 2023 sein, Einweihung zum Schuljahr 2026/27. Eine erste ungefähre Kostenschätzung liegt bei 5,1 Millionen Euro.

Die Zahl der Schulwechsler

329 Grundschüler wechseln im Sommer zu Halterns weiterführenden Schulen. Das Joseph-König-Gymnasium nimmt 136 Schülerinnen und Schüler auf, für die Alexander-Lebenstein-Realschule sind 149 Fünftklässler angemeldet, die Joseph-Hennewig-Hauptschule verzeichnete 44 Anmeldungen.

Für das Schulzentrum hat die Stadt 18 mobile Luftreinigungsgeräte angeschafft. Sie sind in Räumen, die zum Innenhof hin liegen oder nur über Oberlichter verfügen und deshalb schwer zu lüften sind, eingesetzt.

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Elisabeth Schrief

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