Neues Schild an der Autobahn 43 weist auf Römermuseum hin

Römermuseum

Das LWL-Römermuseum macht ab sofort auf der A 43 in beiden Fahrtrichtungen auf sich aufmerksam. Zehn Jahre hatte es gedauert, bis das zweite Schild jetzt endlich aufgestellt werden konnte.

Haltern

22.11.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neues Schild an der Autobahn 43 weist auf Römermuseum hin

An der A 43 weist nun endlich in beiden Fahrtrichtungen ein Schild auf das Halterner Römermuseum hin. © LWL

Ab sofort weist ein zweites großes Schild Touristen auf der Autobahn 43 auf das ehemalige Römerlager Haltern hin. Bisher waren die archäologische Fundstätte und das Römermuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), das ab 13. Januar nach einer Renovierungspause wieder geöffnet sein wird, nur für Autofahrer aus Fahrtrichtung Münster kenntlich gemacht. Halterns Bürgermeister Bodo Klimpel und Museumsleiter Dr. Josef Mühlenbrock hatten das zweite Hinweisschild jetzt aufgestellt.

„Haltern am See gehört zu den beliebtesten Urlaubsorten im Münsterland“, weiß Bürgermeister Bodo Klimpel. „Dazu trägt auch das LWL-Römermuseum bei, welches einen wichtigen Baustein im touristischen Konzept der Stadt darstellt.“ Trotzdem dauerte es zehn Jahre, bis auch das zweite Hinweisschild für die archäologische Fundstätte und das Museum stand. Grund waren langwierige Genehmigungsverfahren für das Verkehrszeichen und eine Großbaustelle im Bereich der Grüninsel des Rastplatzes Brinkfortsheide/Haard (bei cirka Autobahn-Kilometer 47,030 Richtung Norden), wo heute die braune Tafel prangt.

Zahlreiche Sonderausstellungen in 25 Jahren

Den Besucherströmen tat dies bisher keinen Abbruch: „Das LWL-Römermuseum gibt es nun seit über 25 Jahren“, erklärte Wolf-Daniel Gröne-Holmer, Referatsleiter der LWL-Kulturabteilung. „Mit zahlreichen Sonderausstellungen, die zu den besucherstärksten des LWL gehören, hat es auch überregional Bekanntheit erlangt. Dank der Römerbaustelle Aliso entwickelt sich das Museum immer weiter und geht auf die aktuellen Bedürfnisse der Besucherinnen und Besucher ein.“

„Für manche archäologische Überraschung gut“

Denn auf dem Außengelände des LWL-Römermuseums ist neben der Rekonstruktion des Westtores noch einiges geplant. Museumsleiter Mühlenbrock: „Der Römerstandort Haltern ist der am besten erforschte Militärstützpunkt aus der Zeit des Kaisers Augustus. Schon seit über 100 Jahren wird in Haltern geforscht und ausgegraben. Die Ergebnisse wollen wir auch auf dem Gelände erfahrbar machen.“ Erst der Fund zweier Legionärshelme vor zwei Jahren habe gezeigt, dass der Halterner Boden auch heute noch für so manche archäologische Überraschung gut sei.

Auch Hans-Josef Böing ließ sich die Aufstellung des Hinweisschildes nicht entgehen. Bereits 2009 war er, wie auch Bürgermeister Klimpel, bei dem ersten Termin dabei. Über die Jahre hinweg hat er das LWL-Römermuseum in verschiedenen Funktionen begleitet. Heute, als Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Westfälischen Römermuseums Haltern e.V., freut er sich, „dass die herausragende Bedeutung und besondere Konstellation von Fundstätte und Museum an ein und demselben Ort nun auch für alle Vorbeifahrenden an der A43 sichtbar wird.“

Das Römermuseum und die Römerbaustelle Aliso

Standort der Schaltzentrale der römischen Macht

In Haltern am See, am Ufer der Lippe befand sich vor 2.000 Jahren einer der wichtigsten Militärkomplexe der Römer. Dieser war die Schaltzentrale der römischen Macht im rechtsrheinischen Germanien. Von dort wurde die Eroberung des gesamten Gebietes geplant und betrieben. Hier war eine der berühmtesten Legionen der Geschichtsschreibung stationiert: die 19. Legion, die im Jahre 9 nach Christus in der Varusschlacht untergegangen ist. Allein im Hauptlager des Komplexes lebten bis zu 5.000 römische Soldaten. Der Name des Lagers war Aliso. Heute befindet sich exakt an dieser Stelle das LWL-Römermuseum. Über 1.200 Original-Exponate zeugen von der hochentwickelten Kultur und Technik der Römer: von ihrer enormen Bauleistung und Logistik, ihrer handwerklichen Kunstfertigkeit und dem römischen Alltag fern der Heimat.
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