Neunjährige aus Haltern macht emotionales Corona-Video mit Playmobil

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Sophia Burkart (9) aus Haltern hat, wie viele Kinder, aktuell viel Zeit. Und sie vermisst ihre Freunde. Mit Fantasie, Geschick und Playmobil-Figuren hat sie ein emotionales Video gedreht.

Haltern

, 08.04.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sophia Burkart ist 9 Jahre alt und geht in die Klasse 4a der Silverberggrundschule in Haltern. Ihr geht es wie den meisten Kindern im Moment: Sie vermisst ihre Freunde und ihre Mitschüler. Und natürlich Oma und Opa. Dass sie nicht in die Schule kann und keine Freunde treffen darf, findet sie nicht gut. Ihre Sorgen hat Sophia in einem herzergreifenden Video verarbeitet - mithilfe ihres Handys und ihren Playmobil-Figuren.

Im Video sieht man ein kleines Playmobil-Mädchen, das im Rollstuhl sitzt. „Ich bin Pia“, sagt eine Kinderstimme aus dem Off. „Mein Leben hat sich völlig auf den Kopf gestellt seit diesem Coronavirus“, lässt Sophia Pia sagen. „Ich bin nur noch zuhause und habe nichts mehr zu tun. Ich wünschte, meine Freunde wären da.“ Sie habe nur noch Alpträume, sagt Pia, während sie im Bett liegt. Über dem Bett an der Wand hängt ein Bild eines roten Virus mit Stacheln und grimmigem Gesicht.

Pia hat Alpträume vom bösen Coronavirus.

Pia hat Alpträume vom bösen Coronavirus. © Screenshot Bärwald

Pia erzählt von ihrer besten Freundin Lisa, die sich mit dem Virus infiziert hat und krank ist. Auch Pia fühlt sich nicht gut: „Ich fühle mich, als ob ich eingeschlossen wäre“, sagt sie und sitzt mit dem Rollstuhl vor einer Tür, die mit einem Vorhängeschloss gesichert ist.

Alle malen einen Regenbogen

Doch plötzlich ändert sich die traurige Stimmung. Pia soll einen Regenbogen malen. Ihre Mutter zeigt ihr Bilder von Regenbögen, die ihre Freunde gemalt haben. „Mein Herz ging endlich wieder auf“, freut sich Pia. Sie spürt: Tief in ihr drin sind sie alle noch da, Freunde, die Oma, auch wenn sie nicht anwesend sind. „Merkt euch eins“, sagt Pia, „wir sind alle für euch da“. „So besiegen wir Corona.“

„Sie beschäftigt sich sehr mit dem Thema Coronavirus“

Sophia sitzt selbst nicht im Rollstuhl. Die Figur der Pia hat Sophia sich ausgedacht. Auch Lisa, die beste Freundin, die „Corona hat“, ist ihrer Fantasie entsprungen. Die Ängste und die Alpträume aber nicht. „Sie beschäftigt sich schon viel mit dem Thema und fragt dann: Werde ich im Sommer die Schule wechseln können? Sehe ich meine Lehrerin noch einmal wieder?“ sagt ihre Mutter Janina. Sophia sei die Situation sehr bewusst. „Wenn wir anderen Menschen auf der Straße oder im Wald sehen, sage ich ihr, dass sie Abstand halten soll.“ Sie verfolge auch die Nachrichten im Fernsehen.

Im Herzen sind alle Freunde wieder zusammen.

Im Herzen sind alle Freunde wieder zusammen. © Screenshot Bärwald

Sophia habe unheimlich viel Fantasie, sagt ihre Mutter. „Sie hatte auch immer schon ein Händchen für kreative Dinge.“ Das freie Sprechen kennt Sophia vom Theater spielen bei der Evangelischen Kirchengemeinde.

Kontakt zu ihren Freunden hält Sophia übers Handy. „Wir schreiben und rufen uns an“, erzählt Sophia beim Telefongespräch mit der Halterner Zeitung. Für die knapp zweiminütigen Videos hat sie nicht lange gebraucht. „So ungefähr vier Minuten“, sagt Sophia, „ich hab halt immer auf die Pausetaste gedrückt“. Das Corona-Video mit Pia sei nicht ihr erstes gewesen, aber, wie sie selbst findet, „eines der ersten besten“. Es sei nicht viel Arbeit gewesen. Sie übe auch nie vorher den Ablauf, sagt Sophia.

In einem anderen Video erklärt sie, auch mit Playmobil-Figuren, was das Coronavirus macht und warum man Abstand halten soll. Für die kurzem Filmchen hat ihre Mutter vor kurzem sogar einen eigenen Kanal auf Youtube eingerichtet. „Sie hat einfach nicht lockergelassen“, sagt Janina Burkart.

Sophias fünfjährige Schwester findet die Videos übrigens auch ganz spannend und möchte liebend gerne mitspielen, wie Sophia erzählt. Das passe ihr nicht so. „Sie quasselt immer dazwischen.“

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