Die Stever mündet in die Hullerner Talsperre. Das Wasser dient der Trinkwassergewinnung. © Hans Blossey
Stevereinzugsgebiet

Nitrat und Klimawandel: Halterner leitet Trinkwasserschutz-Kooperation

Der vorbeugende Trinkwasserschutz ist das Ziel von Landwirtschaft und Wasserversorgern im Bereich der Stever. Ab sofort leitet ein Halterner Landwirt diese Kooperation. Es gibt viel zu tun.

Er macht es aus Leidenschaft, sagt Georg Schulte-Althoff. Der Flaesheimer Landwirt, zugleich Kreislandwirt Recklinghausen, ist neuer Vorsitzender der Wasserkooperation von Landwirten und Wasserwirtschaft im Einzugsbereich der Stever. Er tritt die Nachfolge von Anton Holz (Seppenrade) an. „Wasser ist für jeden ein wichtiges Thema“, sagt Schulte-Althoff, der selbst einen Milchkuhbetrieb führt. „Weil wir etwas bewegen können, macht diese Arbeit Sinn.“

Die Wasserkooperation im Stevereinzugsgebiet umfasst den Halterner Stausee, das Wasserschutzgebiet im Bereich Haltern, den Mühlenbach, zahlreiche Brunnen in Flaesheim und Holtwick sowie den Großteil des Kreisgebiets Coesfeld. Das daraus stammende Wasser wird zur Trinkwassergewinnung genutzt. Dessen Schutz steht im Fokus.

Uferrandstreifen entlang der Stever

Die Kooperation der hier lebenden Landwirte mit der Gelsenwasser AG und den Stadtwerken Coesfeld, Dülmen und Nottuln besteht seit 30 Jahren. „Sie ist sehr erfolgreich“, erklärt der neue Vorsitzende. So sei es in den vergangenen vier Jahren nicht erforderlich gewesen, das Wasser im Halterner Stausee wegen einer zu hohen Nitrat- oder Pflanzenschutzmittelbelastung mit Aktivkohle reinigen zu müssen.

Georg Schulte-Althoff (l.) und Ulrich Peterwitz freuen sich auf die künftige Zusammenarbeit zum Schutz des Trinkwassers.
Georg Schulte-Althoff (l.) und Ulrich Peterwitz freuen sich auf die künftige Zusammenarbeit zum Schutz des Trinkwassers. © privat © privat

Schulte-Althoff verweist auf die Uferrandstreifen, die nahezu lückenlos beidseitig entlang der Stever entstanden seien. So würden auch bei starken Regenfällen kaum noch Düngemittel- und Pestizidrückstände in den Fluss gespült werden können.

An vielen Messstellen werde zudem Oberflächenwasser- und Grundwasserqualität permanent überprüft und – wenn nötig – schnell reagiert. Zurzeit beteiligen sich rund 780 landwirtschaftliche Betriebe an dieser Kooperation, Georg Schulte-Althoff ist überzeugt: „Wir sind ein gutes Team.“

Nitrat als Dauerthema – Klimawandel-Projekte kommen hinzu

Ulrich Peterwitz von der Gelsenwasser AG wünschte Schulte-Althoff beim Ausgleich der unterschiedlichen Interessen eine glückliche Hand. Der Halterner ist seit 25 Jahren Mitglied der Kooperation. Auf sein neues Amt freut er sich. Zu den aktuellen und auch künftigen Aufgaben zähle zweifelsohne das Thema Nitrat. Zunehmend aber mache sich die Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels auch Gedanken darüber, wie Wasser nach starken Regenfällen in der Fläche gehalten werden kann statt es versickern zu lassen. So könnte die Landwirtschaft bei anhaltender Trockenheit auf Reserven zurückgreifen. Schulte-Althoff: „Es geht grundsätzlich um die Frage: ,Wie gehen wir mit Wasser um!‘“

Über die Autorin
Redaktion Haltern
Geboren in Dülmen, Journalistin, seit 1992 im Medienhaus Lensing - von Münster (Münstersche Zeitung) über Dortmund (Mantelredaktion Ruhr Nachrichten) nach Haltern am See. Diplom-Pädagogin und überzeugte Münsterländerin. Begeistert sich für die Menschen und das Geschehen vor Ort.
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Ingrid Wielens

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