Seit dem 26. April gilt in den Halterner Kitas eine Notbetreuung. © picture alliance/dpa
Kinder

Notbetrieb in Halterner Kitas: Wie sich die Betreuung verändert hat

Seit Montag (26.4.) gibt es in den Halterner Kitas wieder nur eine Notbetreuung, allerdings mit großzügiger Ausnahmeregelung. Wir haben nachgefragt, wie das Angebot genutzt wird.

Die Entscheidung kam zuletzt eher überraschend: NRW-Familienminister Joachim Stamp kündigte an, dass in den Kitas zeitnah wieder eine Notbetreuung eingeführt wird. Für viele Halterner Eltern bedeutete das erneut: Umplanen und vieles neu organisieren.

Aber: Im Gegensatz zum ersten Kita-Lockdown im Jahr 2020, als nur Eltern mit „systemrelevanten Berufen“ ihre Kinder noch in die Kita schicken durften, ist die Hürde für die Nutzung des Notbetriebs diesmal geringer: Die Eltern müssen nach den Vorgaben des Landes nur einen Zettel mit dem Namen des Kindes und dem Betreuungswunsch für die nächsten Tage ausfüllen.

So sehen die Vordrucke aus, mit denen Eltern ihren Bedarf für eine Notbetreuung anmelden können.
So sehen die Vordrucke aus, mit denen Eltern ihren Bedarf für eine Notbetreuung anmelden können. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Das Dokument reicht als Nachweis dafür, dass man „eine Betreuung nicht auf andere Weise sicherstellen“ kann.

Betreuung geht fast um die Hälfte zurück

Ein Blick in die Statistiken der Halterner Kitas zeigt, dass die Anzahl der betreuten Kinder in der ersten Woche der neuen Regelung deutlich nach unten gegangen ist. Nach Angaben der Stadt lag die Anzahl der tatsächlich anwesenden Kinder in allen Einrichtungen am 19. April bei 1081 (Betreuungsquote 76,6 Prozent), am 29. April jedoch nur noch bei 563 (41,5 Prozent) – ein Rückgang um nahezu die Hälfte.

Wichtig ist, dass hier jeweils nur ein Tag als Bezugspunkt genommen wurde. Sprich: Einen Tag davor oder danach können die Zahlen schon anders ausgesehen haben. Aber eine deutliche Entwicklung ist spürbar.

Unterschiedliche Quote in DRK-Kitas

In ganz wenigen Kitas blieb die Anzahl der anwesenden Kinder nahezu gleich. In vielen Einrichtungen ging die Betreuungsquote deutlich zurück – teilweise um fast 60 Prozent.

Michael Vaupel, Vorstandschef des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Kreis Recklinghausen, hat für die DRK-Kitas im gesamten Kreis unterschiedliche Tendenzen ausgemacht. „Natürlich unterscheidet sich die Anzahl der betreuten Kinder tagesweise. Wir können feststellen, dass einige unserer Einrichtungen von etwa 80 Prozent der Kinder im Vergleich zur Vorwoche besucht werden – andere hingegen nur mit etwa 20 Prozent.“

„Die Eltern, die die Betreuung wirklich brauchen, schicken auch ihre Kinder“

Zum Thema, dass die Hürde für die Notbetreuung im Vergleich zum Kita-Lockdown im vergangenen Jahr geringer geworden ist, berichtet Vaupel: „Gerade in Haltern ist es so, dass die Anzahl derer, von denen wir wissen, dass sie die Regelung zu ihrem Vorteil ausnutzen, sehr gering ist. Mein Eindruck ist: Die Eltern, die die Betreuung wirklich brauchen, schicken auch ihre Kinder.“

Ähnliche Beobachtungen hat auch die Stadt Haltern gemacht. „Wir gehen davon aus, dass der allergrößte Teil der Familien verantwortungsvoll mit dieser Fragestellung umgeht“, sagt Sprecherin Sophie Hoffmeier.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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