NRW-Statistik nicht ganz korrekt: Kaum Halterner ohne Schulabschluss

hzOhne Hauptschulabschluss

3,2 Prozent der Halterner Schüler haben laut einer Statistik von IT.NRW keinen Hauptschulabschluss erreicht. Die Zahl gibt die Realität aber nicht ganz korrekt wieder.

Haltern

, 03.05.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Insgesamt 410 Schülerinnen und Schüler haben im Jahr 2019 die weiterführenden Schulen in Haltern verlassen. 15 von ihnen schafften nach Angaben des Landesbetriebs Information und Technik in Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) keinen Abschluss. Diese Zahl gebe aber die Realität nicht korrekt wieder, sagt Ludger Zander, der stellvertretende Leiter der Joseph-Hennewig-Hauptschule.

Im Sommer 2019 gingen in Nordrhein-Westfalen insgesamt 11.420 Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss von einer allgemeinbildenden Schule ab. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 0,9 Prozent weniger als 2018 (damals: 11.522). Der Anteil der Schüler ohne Hauptschulabschluss an allen Schulabgängern lag 2019 bei 6,0 Prozent: Bei Schülerinnen betrug dieser Anteil 4,7 Prozent, bei Jungen 7,3 Prozent und bei ausländischen Schülerinnen und Schülern 15,9 Prozent.

Zahlen werden auf- oder abgerundet

In Haltern liegt die Quote niedriger. Waren es 2018 noch 4,4 Prozent der Schüler, die keinen Abschluss schafften, sank die Zahl in 2019 auf 3,2 Prozent. Die Gesamtzahl lag mit jeweils 15 Schülern zwar gleich, 2019 war die Gesamtanzahl der Abschlussschüler aber höher, der prozentuale Anteil daher kleiner. Die Zahlen werden nicht exakt erfasst, sondern von IT.NRW aus Datenschutzgründen auf 5 auf- oder abgerundet.

In dieser Statistik seien die Schüler, die einen Hauptschulabschluss nach der Klasse 9 machen aber nicht erfasst, sagt Ludger Zander. „Das Problem dieser Statistik gibt es jedes Jahr, weil diese Schüler dort nicht gelistet werden. Wir fördern Schüler in der Jahrgangsstufe 9 nach dem Programm ‚Kein Abschluss ohne Anschluss‘. Sie sind an zwei Tagen in der Woche nicht in der Schule, sondern in Betrieben in praktischer Arbeit, absolvieren dementsprechend weniger Schulstoff.“ Die meisten von ihnen würden an die Betriebe vermittelt, sagt Zander. Da sie aber den Abschluss nach Klasse 10 nicht mehr machen, würden sie statistisch immer in der Gruppe der Schüler ohne Hauptschulabschluss erfasst.

Schüler mit besonderem Förderbedarf

„Außerdem haben wir nach Schließung der Erich-Kästner-Förderschule auch Schüler mit besonderem Förderbedarf“, so Zander. Sie erhalten je nach Förderschwerpunkt keinen regulären Schulabschluss, sondern ein Abschlusszeugnis in den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung oder Lernen. „Tatsächlich gab es im vergangenen Jahr nur einen einzigen Schüler, der unsere Schule nach der achten Klasse und komplett ohne Abschluss verlassen hat“, sagt Ludger Zander.

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