Nutzerin postet kuriosen Bon des LWL-Römermuseums auf Instagram - das steckt dahinter

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Wer das Halterner Römermuseum besucht, bekommt für den gezahlten Eintritt einen Kassenbon ausgehändigt. Darauf steht unten ein Satz, der kurios klingt, aber einen seriösen Hintergrund hat.

Haltern

, 07.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kassenbons, gerade von Eintritten zu Veranstaltungen, schauen sich die wenigsten Menschen genauer an. Instagram-Nutzerin annavongarmissen gehört nicht dazu. Sie war offensichtlich vor Kurzem im Halterner LWL-Römermuseum und fand das, was auf dem Bon stand, offenbar so kurios, dass sie es unter den Hashtags #haltern #diespinnendierömer #kassenbonschmunzler bei Instagram postete.

Da heißt es: „Achtung! Die Rekonstruktion der römischen Anlagen entspricht nicht dem aktuellen Bauordnungsrecht des Landes NRW. Daher ist bei der Nutzung besondere Vorsicht geboten.“

Was dahinter steckt, erklärt der Leiter des LWL-Römermuseums, Dr. Josef Mühlenbrock, auf Anfrage der Halterner Zeitung. „Natürlich sind die römischen Bauten nicht konform mit EU-Normen oder weiteren baulichen Vorschriften“, sagt Josef Mühlenbrock. Man habe sie schließlich besonders originalgetreu nachbauen wollen. Deutsches Baurecht kann da nicht bemüht werden.

„Die Treppen sind steiler, die Stufen höher“, nennt er Beispiele. Man habe daher auch aus Sicherheitsgründen Handläufe installieren müssen. Das Holz könne bei Regen schon glitschig werden. „Die Handläufe sind aus Edelstahl und natürlich eine Konzession an die Vorschriften“, sagt Josef Mühlenbrock. Auch eine Rollstuhlrampe habe es zu Römerzeiten nicht gegeben, sie sei für die Barrierefreiheit notwendig.

Einigung zwischen den Verantwortlichen

Auf den Satz hätten sich seines Wissens nach 2016, bei der Bauabnahme der Anlage, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und das Bauamt geeinigt. Mühlenbrock selbst war da noch nicht im Amt, er kam erst im September 2018 nach Haltern.

156 Meter lang ist der Abschnitt der westlichen Umwehrung des früheren römischen Hauptlagers, in dem rund 5000 Legionäre die Eroberung der rechtsrheinischen germanischen Gebiete vorbereiteten. Acht Meter hoch sind die Tortürme, 256 Kubikmeter frisches Eichenholz wurden verbaut.

Über acht Wochen lang haben die Handwerker die Pfosten wie zu römischen Zeiten mit dem Beil in Form gebracht. Rund 1,5 Millionen Euro hat der erste Bauabschnitt gekostet. Das umfasste auch die Errichtung einer Rampe, die Menschen mit Handicap den Zugang auf die Holz-Erde-Mauer und das Westtor ermöglicht.

Im April 2012 erfolgte der erste Spatenstich, nach dem Erwerb der Flächen und nach archäologischen Untersuchungen konnte im Frühjahr 2015 mit dem Bau begonnen werden. Jeder Schritt fußte dabei auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die der niederländische Bauforscher Kees Peterse zu dem Projekt beitrug.

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