Bei schönem Badewetter strömen die Badegäste zum Silbersee. Nicht alle parken auf den vorgesehenen Flächen. © blossey
Silbersee II

Parksituation am Silbersee in Sythen soll weiter entschärft werden

Mit dem Sommerwetter werden auch die Probleme rund um die Silberseen wieder akut. Die Beteiligten wollen konkrete Maßnahmen gegen Vermüllung und illegales Parken umsetzen.

Die Situation ist jedes Jahr ähnlich, hat sich 2020 zum Teil sogar noch verschärft: Rund um die Halterner Silberseen kommt es bei schönem Wetter immer wieder zu Problemen: Naturschutzbereiche werden zum Teil zugemüllt, Waldwege mit Autos zugeparkt und auf den Zufahrtsstraßen werden überall Fahrzeuge im Halteverbot abgestellt.

Die Gesellschafter der Betreibergesellschaft (Regionalverband Ruhr, Stadt Haltern am See, Kreis Recklinghausen, Quarzwerke GmbH und Philipp Prinz von Croy) sowie die Polizei haben sich bereits grundsätzlich darauf verständigt, den Versuchen, das Gelände im Bereich des Nordufers illegal zu betreten, einen Riegel vorzuschieben. Dabei geht es nicht im den normalen Badebetrieb am See sondern um Besucher, die illegal in die Naturschutzflächen eindringen.

Erste Maßnahmen, wie das Sperren einiger Wege, sind bereits erfolgt, die Stadt Haltern hat außerdem schon Fahrzeuge abschleppen lassen.

Maßnahmen konsequent umsetzen

Am Donnerstagnachmittag trafen sich die Verantwortlichen zu einer erneuten Online-Konferenz, um konkrete Maßnahmen abzustimmen. „Zu allererst haben wir uns darauf verständigt, dass weiter und noch konsequenter Falschparker abgeschleppt werden“, berichtet Dr. Eberhard Geisler, der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft.

Die unschöne Seite der Silbersee-Besucher: Müll mitten im Naturschutzgebiet.
Die unschöne Seite der Silbersee-Besucher: Müll mitten im Naturschutzgebiet. © privat © privat

Außerdem werden im Bereich Silbersee II und III weitere Schilder aufgestellt, die auf die Naturschutzgebiete hinweisen. Tickets für den Silbersee II Badbesuch gibt es weiterhin nur online. Wenn die Testpflicht für das Bad aufgehoben wird, sollen wieder alle 1.700 Parkplätze geöffnet werden. „Wir können bei der Größe des Geländes von 80.000 Quadratmetern trotzdem ausreichende Abstände von zehn Quadratmetern im Bad gewährleisten“, so Geisler.

Neue Absperrungen und mehr Security

Zusätzlich wird es um die Silberseen herum weitere Absperrungen geben unter anderem zur Seite des Dülmener Sees und an der Quarzwerkestraße. „Wir haben uns darauf verständigt in einer konzertierten Aktion aller Beteiligten hier zusätzliche Security einzusetzen, die an den Hot-Spot-Tagen vor Ort sein wird und die Einhaltung der Sperrungen auch kontrolliert“, kündigt Dr. Geisler an. „Wir als Betreibergesellschaft werden die Aktionen koordinieren, die von den weiteren Beteiligten ausgeführt werden.“

Mit neuen Verbotsmaßnahmen allein werde allerdings das Problem auf Dauer nicht nachhaltig zu lösen sein. In einem neuen Bebauungsplan, der gerade das Beteiligungsverfahren durchlaufen hat, seien weitergehende Maßnahmen vorgesehen, so Dr. Eberhard Geisler. „Unter anderem müssen wir die Zufahrtsstraße zum Vogelsberg weiter ertüchtigen“. Dort könnte eine weitere Fahrspur entstehen für Radfahrer und Fußgänger.

„Denkbar ist dann auch eine Buswendestelle, direkt an der Einfahrt zur Zufahrtsstraße Zum Vogelsberg“, so Dr. Geisler. „Dort könnte der Bus einfahren und wieder wenden. Der Rest des Weges zum See könnte dann zu Fuß zurückgelegt werden. Das ist aber noch Zukunftsmusik.“

Pendelbusse oder Leih-Fahrräder

In eine ähnliche Richtung zielt ein Vorschlag eines Lesers, der eine bessere Anbindung des Sees an den öffentlichen Nahverkehr anregt. Pendelbusse oder eine Radstation für Leihräder am Sythener Bahnhof könnten das Verkehrsaufkommen zum See an den Hot-Spot-Tagen verringern, schlägt er vor. Die jetzige Busverbindung mit der Linie 273 sei ungünstig, weil man lange Wartezeiten in Kauf nehmen müsse.

Grundsätzlich sei es sinnvoll, in diese Richtung zu denken, so Dr. Geisler. Ein Pendelbus vom Bahnhof Sythen könne aber nicht eingerichtet werden, weil er zu selten ausgelastet wäre.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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