Mehrere Personen mit Zetteln in der Hand klingelten am Montag an den Türen von vielen Halternern. © Benjamin Glöckner
Polizei

Personen klingeln an Haustüren – Sind Betrüger in Haltern unterwegs?

In den vergangenen Tagen sind Menschen in Haltern aufgefallen, die mit Zettel in der Hand an Häusern geklingelt oder Passanten auf Parkplätzen angesprochen haben. Sind Betrüger unterwegs?

„Bei mir hat vorhin ein älterer Herr geklingelt und mir im Treppenhaus einen Zettel mit einem längeren Text hingehalten, da er anscheinend kein oder nur wenig Deutsch konnte. Ich weiß nicht, was auf dem Zettel stand, da ich sofort verneint habe. Er ist dann auch sofort gegangen, aber ich fand die Aktion trotzdem merkwürdig.“

So schildert eine Halternerin, die in der Nähe der Marienkirche wohnt, eine Begegnung, die sie am Montag hatte. Damit ist sie nicht alleine. Offenbar waren am Montag gleich mehrere Menschen so in der Stadt unterwegs. Einige Anwohner informierten auch die Polizei.

Es gingen mehrere Personen von Haustür zu Haustür

Dies bestätigt Polizeisprecherin Annette Achenbach am Dienstag auf Nachfrage. Die erste Meldung ging um 13.20 Uhr von der Straße „Zum Seeblick“ ein. Dort soll es ein Mann mit einem Kind/Jugendlichen gewesen sein, die mit einem Zettel von Haus zu Haus liefen.

Um 13.45 Uhr informierte ein Anwohner der Speicherstraße die Polizei über eine Frau, die in der Straße unterwegs war. In beiden Fällen konnten die Beamten allerdings vor Ort niemanden mehr antreffen.

„Nicht jeder mit einem Zettel ist ein Straftäter“

Waren also Betrüger in Haltern unterwegs? Da möchte sich die Polizeisprecherin nicht festlegen: „Eine Antwort wäre reine Spekulation“, so Annette Achenbach. „Nicht jeder mit einem Zettel ist ein Straftäter.“

Sie sagt aber auch, dass die Bürger lieber einmal zu viel die 110 wählen sollten, wenn ihnen verdächtige Personen in Wohngebieten auffallen. Denn gerade jetzt zur beginnenden Urlaubssaison sollten die Bürger „noch mal besser“ auf sich aufpassen.

Niedrige Einbruchszahlen sind trügerisch

Nur weil es in den vergangenen Monaten wegen der Corona-Pandemie mit Lockdown und Homeoffice kaum Einbrüche in Haltern am See gab, sollte man die Situation nicht unterschätzen, so Annette Achenbach. Hier helfe es besonders, die Nachbarn anzusprechen, wenn man in den Urlaub fährt. Das gegenseitige Aufpassen sei ein wichtiger Einbruchsschutz.

Immer wieder fallen in Haltern am See auch mutmaßliche Klemmbrettbetrüger auf. Sie sind häufig zu zweit unterwegs, einer mit einem Klemmbrett mit Zettel drauf in der Hand, der Passanten auf Parkplätzen und vor Läden in Gespräche verwickelt. So kann der andere unbemerkt zum Beispiel in Taschen greifen. Es kann auch vorkommen, dass unter dem Klemmbrett in ein geöffnetes Portemonnaie gegriffen wird.

Solche Fälle sind der Polizei, so Annette Achenbach, allerdings zurzeit in Haltern nicht bekannt.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im vergangenen Jahr durch die Corona-Krise auf ein Rekordniveau gefallen. Im gesamten Jahr 2020 registrierte die Polizei in Haltern am See lediglich 26 Taten – ein minus von rund 41 Prozent im Vergleich zu 2019. Im gesamten Kreis Recklinghausen mit der Stadt Bottrop gab es lediglich 924 Einbrüche. Das ist der niedrigste Wert der vergangenen 32 Jahre.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Benjamin Glöckner hat Germanistik und Geschichte an der Universität Duisburg-Essen studiert. Für Lensing Media arbeitet er seit 2001. Er schrieb und fotografierte schon für die Lokalredaktionen Dortmund, Münster, Selm, Dorsten und Haltern.
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Benjamin Glöckner

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