Missbrauchsskandal

Petition in Haltern läuft weiter: „Es ist gut, wenn Kirche Stellung bezieht“

Halterns Katholiken haben genug von den Vertuschungen, Vertröstungen und dem ständigen Kreisen kirchlicher Amtsträger um den eigenen Schutz. Seit dem Wochenende läuft eine Petition.
Walter Breuker, seit Jahrzehnten ein engagiertes und mitgestaltendes Mitglied der Lippramsdorfer Lambertus-Gemeinde, heftet seine Gedanken an die Klagemauer. © Schrief

Es braucht mutige Schritte, um den Vertrauensverlust nach den Missbrauchsfällen in der Kirche zu stoppen und Schuld aufzuarbeiten. Die katholische Pfarrei St. Sixtus geht unerschrocken erste Schritte: Mit Klagemauern in den Kirchen, mit einer klaren, an Bischof Felix Genn gerichteten Stellungnahme und einer am 19. Februar gestarteten Petition.

Unterschriftenlisten liegen in den Halterner Kirchen aus. Es ist aber auch möglich, sich online zu beteiligen. „Wir beziehen Stellung“ heißt der Titel der Petition, die inzwischen 428 Unterschriften trägt.

„Meine Großeltern wären an dieser Kirche zerbrochen“

Eine Unterzeichnerin einer auswärtigen Gemeinde hat sich beteiligt und schreibt als Kommentar dazu: „Ich unterschreibe, weil ich es gut finde, wenn Pfarrgemeinden klar Stellung beziehen. Ich würde mir das auch in meiner Pfarrei wünschen, der Wunsch wird hier aber nicht erfüllt. Dabei ist es so wichtig, laut zu werden und ein sichtbares Zeichen, an der Seite der Opfer, zu setzen.“

Einer anderer schreibt, seine Großeltern wären mit diesen Entwicklungen trotz und wegen ihrer frommen Hörigkeit nicht zurecht gekommen. „Es hätte sie zerbrochen!“

Ziel ist, die Unterschriften der Unterstützer dem Münsteraner Bischof Dr. Felix Genn vorzulegen. Die Klagemauern in den Kirchen können ebenfalls weiterhin mit Gedanken bestückt werden, im Gottesdienst am Aschermittwoch um 19 Uhr in der Sixtus-Kirche werden sie thematisiert.

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