Anfang Juni hatten Jugendliche beim Schwimmen im Kanal bei Bossendorf einen menschlichen Schädel gefunden und so einen Polizeieinsatz ausgelöst. © Benjamin Glöckner
Wesel-Datteln-Kanal

Polizei erhält weitere Hinweise zum mysteriösen Kanal-Schädel

Am 3. Juni hatten Jugendliche beim Schwimmen im Kanal einen menschlichen Schädel gefunden. Steht er in einem Zusammenhang mit einem Flugzeugabsturz während des Zweiten Weltkriegs?

Die Nachricht sorgte für Aufregung in Haltern: Jugendliche hatten Anfang Juni beim Tauchen im Wesel-Datteln-Kanal im Bereich der „Hammer Brücke“ in Hamm-Bossendorf einen menschlichen Schädel gefunden. Nun sind zwei weitere Hinweise dazu aus der Bevölkerung eingegangen, wie die Polizei auf Anfrage mitteilt. Die Ermittlungen zum Fall dauern an.

Untersuchung in der Gerichtsmedizin

Der Schädel ist offenbar Jahrzehnte alt und lag lange im Wasser. Das hatte eine Untersuchung in der Gerichtsmedizin bereits ergeben. Er stammt mit großer Wahrscheinlichkeit von einer weiblichen Jugendlichen, die möglicherweise aus dem asiatischen Raum kam. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen ergaben sich nicht. Weiter unklar ist, wie der Schädel in den Kanal gekommen ist.

„Es gab nun einen weiteren Hinweis auf eine Person, die seit 10 Jahren als vermisst gilt. Da der Schädel jedoch deutlich älter ist, sehen wir hier keinen Zusammenhang“, so Polizeisprecherin Annette Achenbach. Außerdem habe sich ein Historiker gemeldet. „Er vermutet einen Zusammenhang mit einem Flugzeugabsturz während des Zweiten Weltkriegs, der sich in der Nähe der Fundstelle ereignet haben soll“, so Achenbach weiter.

Ermittler skeptisch

Eine weitere heiße Spur dazu gebe es aktuell zwar nicht, man prüfe aber „ob es tatsächlich einen Zusammenhang gibt.“ Was die Ermittler skeptisch macht, ist die Tatsache, dass sich bei dem gefundenen Schädel laut Gerichtsmedizin um eine junge Frau gehandelt haben muss. Piloten von Kriegsfliegern seien seinerzeit ausschließlich männlich gewesen. Die weiteren Ermittlungen dazu dauern an.

Vorerst bleibt der Schädel bei der Gerichtsmedizin eingelagert. „Bis die Ermittlungen abgeschlossen sind“, so die Polizeisprecherin. Ob die Sache abschließend aufgeklärt werden kann, bleibt abzuwarten.

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Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte

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