Polizei reagiert auf Vorwürfe: „Übliches Vorgehen“ bei Einsatz am Kanal

Polizeieinsatz

Ralf Sievers war entsetzt: Sein Haus am Kanal wurde am Sonntag enorm beschädigt. Nun reagiert die Polizei – die bei dem Einsatz eng mit der Feuerwehr zusammengearbeitet hat.

Hamm-Bossendorf

, 14.08.2020, 12:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Bewohner hatte der Polizei vorgeworfen, in sein Haus am Kanal eingebrochen zu sein.

Ein Bewohner des Hauses am Kanal ärgert sich über den Polizei- und Feuerwehreinsatz. Das Vorgehen in so einem Fall sei aber normal. © Jürgen Wolter

Die Polizei hat auf unseren Bericht vom Polizeieinsatz am Kanal reagiert. Das Haus von Ralf Sievers sei nicht übereilt geöffnet worden, sondern erst nach Ausschöpfung aller anderen Möglichkeiten. Zum Öffnen der Türen hatte die Polizei nach eigenen Angaben die Feuerwehr hinzugezogen, die hätte aufgrund der Umstände vom Schlimmsten ausgehen müssen.

„Der Einsatz wurde nicht übereilt durchgeführt, sondern hat insgesamt mehrere Stunden gedauert“, sagt Polizeisprecher Andreas Lesch. In Fällen wie dem vorliegenden würden zunächst die Krankenhäuser kontaktiert, außerdem werde geprüft, ob ein Briefkasten überquillt. Es werde alles versucht, um Kontakt zu den Bewohnern herzustellen.

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Erst als das nicht möglich war, hätte die Polizei am Sonntag den Entschluss gefasst, das Haus zu öffnen, um den Verdacht zu klären, ob sich dort eine mögliche Leiche befinden könnte. „Das macht aber nicht die Polizei, dazu ziehen wir die Feuerwehr hinzu“, so Andreas Lesch.

Feuerwehr vermutete Gas im Inneren eines Schuppens

Die Feuerwehr habe vor Ort bestätigt, dass es sich um Verwesungsgeruch handeln könne. Sie sei daraufhin unter Atemschutz in das Gebäude gegangen und habe die Räume durchsucht. Das bestätigt auch Georg Bockey, Sprecher der Stadt Haltern. Dass Feuerwehr und Polizei in solchen Fällen zusammenarbeiten, sei vollkommen normal. Die Tür beispielsweise aufzumachen, „ist sozusagen unser handwerklicher Part“, so Bockey.

Die Schäden im Haus seien darauf zurückzuführen, dass alle Türen, auch innerhalb des Gebäudes, abgeschlossen waren. Zudem sei eine Tür sogar abgedichtet gewesen, weshalb die Feuerwehr vom Schlimmsten ausging. Sie habe es sogar für möglich gehalten, dass sich im Inneren des komplett verschlossenen Schuppens Gas befand. Daher hätten die Feuerwehrleute vorsichtshalber Scheiben eingeschlagen, um frische Luft in den Raum zu lassen, ehe die aus Aluminium bestehende und daher schwerer zu öffnende Tür aufgebrochen werden konnte.

„Es ist nachvollziehbar, dass sich der Anwohner über den Einsatz ärgert“, so Andreas Lesch. „Aber es hat sich bei dem Einsatz um das übliche und notwendige Vorgehen gehandelt. Wenn dort wirklich eine Leiche gelegen hätte und die Wohnung wäre nicht geöffnet worden, wäre das unverzeihlich gewesen.“

In unserem ersten Artikel haben wir geschrieben, dass die Polizei die Türen geöffnet hat. Allerdings hat dies die Feuerwehr im Auftrag der Polizei getan.
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