Der kleine Nuss-Sammler wurde von den Polizistinnen gerettet. © Polizei Recklinghausen
Tierischer Polizeieinsatz

Polizei rettet Eichhörnchen nach Sturz am Sundernfriedhof in Haltern

Mit einem ungewöhnlichen Einsatz war vor wenigen Tagen die Polizei in Haltern beschäftigt. Am Sundernfriedhof kam es zu einer tierischen Festnahme. Der „Täter“ sitzt in Untersuchungshaft.

Ein Foto, das die Kreispolizeibehörde Recklinghausen zuletzt auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht hat, zeigt, wie eine uniformierte Polizeikommissarin den Gefangenen im Streifenwagen mit einer Hand festhält. Kurios: Es handelt sich um ein kleines, süßes Eichhörnchen – vermutlich erst wenige Wochen alt.

Der kleine Nager wurde von der Polizei am Osterwochenende vor dem Sundernfriedhof „in Gewahrsam genommen“. Es war zuvor vermutlich bei einem gewagten Klettermanöver vom Baum gestürzt. Eine Mutter und ihr Junge hatten das in Not geratene Tier gefunden und Hilfe bei der Polizei gesucht.

Von seinem Schock erholt

Zwei Kolleginnen der Wache Marl nahmen das Eichhörnchen in ihre Obhut und brachten es zu einer Auffangstation in Datteln. Diese wird vom Verein „Eichhörnchen in Not“ betrieben. Der gemeinnützige Verein wurde 2017 gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Eichhörnchen, aber auch allen anderen Tieren in Notlagen ein Zuhause zu geben und sie so lange in allen Belangen zu versorgen, bis sie wieder ausgewildert werden können.

„Schwere Verletzungen hat das Eichhörnchen aus Haltern zum Glück nicht davon getragen. Dem kleinen Racker geht es gut“, sagt Martin Hübner, Vorsitzender des Vereins auf Anfrage unserer Redaktion. Ein Lob zollte er dem Jungen, der das Eichhörnchen mit seiner Mutter gefunden hatte und die Polizei verständigte. „Das Eichhörnchen ist erst wenige Wochen alt. Es hätte ohne Hilfe vermutlich nicht lange überlebt.“

Mittlerweile habe der kleine Nager auch einen Namen erhalten. „Die Finder, mit denen wir in Kontakt stehen, haben es Eiche getauft. Bei uns heißt es Hans, weil wir die Tiere alphabetisch sortieren.“ In der Dattelner Auffangstation ist „Hans“ nun jedenfalls in bester Gesellschaft. „Aktuell betreuen wir insgesamt 16 Jungtiere“, so Hübner.

Das Tier wurde zu einer Auffangstation in Datteln gebracht.
Das Tier wurde zu einer Auffangstation in Datteln gebracht. © Polizei Recklinghausen © Polizei Recklinghausen

Insgesamt rund sieben Wochen lang soll „Hans“ nun mit einer speziellen Aufzuchtmilch für Eichhörnchen versorgt werden. Hübner: „Danach darf er zurück in die Natur. Wir bringen es dann zu einer Auswilderungsstation in der Haard.“

Über den Autor
Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte
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