Am Montag (10.1.) kehren die Schülerinnen und Schüler wieder in Haltern in den Unterricht zurück. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Präsenzunterricht trotz Omikron: „Kein Lehrer, der das nicht befürwortet“

Die Corona-Zahlen steigen rasant, trotzdem hält NRW weiter am Präsenzunterricht fest. Der Schulstart nach den Ferien steht kurz bevor. Die Schulleiter aus Haltern haben eine klare Meinung.

In nur wenigen Tagen enden die Ferien in NRW: Ab Montag (10. Januar) sollen die Schülerinnen und Schüler wieder in den Unterricht zurückkehren – auch in Haltern. Und wenn es nach NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) geht, dann nicht nur zurück in den Unterricht, sondern auch zurück in die Schulen. Die Omikron-Variante scheint an den Plänen bisher nichts geändert zu haben.

Präsenzunterricht trotz Omikron: „Natürlich sind Sorgen da“

„Wir gehen davon aus, dass wir in den Präsenzunterricht starten werden“, sagt Frank Cremer, Schulleiter der Alexander-Lebenstein-Realschule. Auch das Joseph-König-Gymnasium bereitet sich auf den Schulstart am Montag in Präsenz vor. Natürlich seien Sorgen da, darüber sind sich beide Schulleiter angesichts der immer höher steigenden Inzidenzen einig – vor allem, mit „welcher Wucht die Omikron-Welle kommt“.

In einer Sonderschalte beraten die Kultusministerinnen und -minister der Länder am Mittwoch (5. Januar) über die Situation an den Schulen. Bei den Beratungen geht es darum, wie der Schulbetrieb auch bei stark steigenden Infektionszahlen aufrechterhalten werden kann. Vorab machten Vertreter mehrerer Bundesländer deutlich, dass erneute Schulschließungen im großen Stil nicht zur Debatte stehen. „Es findet Präsenzunterricht statt“, sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch im WDR2 Morgenmagazin.

Ulrich Wessel, Schulleiter des Joseph-König-Gymnasiums. © Jürgen Wolter

Prognose der Schulleiter: Die Infektionszahlen werden weiter steigen

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Fünf- bis Neunjährigen liegt im Kreis Recklinghausen bei 256,1 und bei den 10- bis 19-Jährigen bei 267,1 (Stand 5. Januar). Die Prognose der Schulleiter: Die Zahlen werden steigen. Trotzdem stimmen sie mit dem NRW-Schulministerium in dem Punkt überein, dass Präsenzunterricht so lange erfolgen solle, wie es vertretbar sei.

„Sie werden keinen Kollegen finden, der Präsenzunterricht nicht befürwortet“, sagt Ulrich Wessel. Frank Cremer ergänzt: „Wir haben Wochen gebraucht, um die Kinder wieder auf die Spur zu bringen.“ Nicht nur die Leistungen hätten durch den Distanzunterricht gelitten, sondern auch das soziale Miteinander.

Und in welchem Rahmen ist Präsenzunterricht vertretbar? „Wir müssen abwarten, wie ansteckend die Omikron-Variante trotz der Hygienemaßnahmen ist. Wenn binnen weniger Tage ganze Schulklassen infiziert sind, dann muss wieder alles überdacht werden. Letztendlich ist das aber nicht unsere Entscheidung“, sagt Cremer. Und Wessel ergänzt: „Bei den Entscheidungen, die wir selbst treffen können, fahren wir einen sehr vorsichtigen Kurs. Klassenfahrten sind bis Ostern abgesagt und auch der Tag der offenen Tür findet nicht statt.“

Frank Cremer, Schulleiter der Alexander-Lebenstein-Realschule.
Frank Cremer, Schulleiter der Alexander-Lebenstein-Realschule. © Jürgen Wolter

Bei jedem Testtermin sind positive Tests dabei

Für die Sicherheit von Schülern und Lehrern wird sowohl am Gymnasium als auch an der Realschule ab Montag dreimal die Woche auf das Coronavirus getestet werden und auf die Maskenpflicht und ein Hygienekonzept im Unterricht gesetzt. Sprich: Lüften und regelmäßige Händedesinfektion. Das Kollegium sei bereits geboostert und etliche Schüler ebenfalls geimpft.

Wie viele Schülerinnen und Schüler derzeit aktiv infiziert sind und sich dementsprechend in Quarantäne befinden, wissen die Schulleiter momentan nicht. „Es sind ja Ferien. Was wir aber sagen können, ist, dass es keinen Testtermin gegeben hat, an dem wir nicht fündig geworden sind“, sagt Wessel. Wenn ein PCR-Test das positive Ergebnis des Schnelltests bestätigt, ordnet das Gesundheitsamt Quarantäne an. Bei den vor den Ferien positiv getesteten Schülern wäre die Quarantänezeit nun allerdings vorbei.

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Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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