Projekt „BackUp“ kann Schulverweigerern in Haltern weiterhelfen

hzGelsenwasser-Stiftung

In Haltern kümmert sich das Projekt „BackUp“ um Schüler, die nicht mehr zur Schule gehen. Die Gelsenwasser-Stiftung finanziert das Projekt jetzt für weitere zwei Jahre.

Haltern

, 06.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Morgens nicht aus dem Bett kommen, den Schulbesuch vernachlässigen oder irgendwann gar nicht mehr zur Schule gehen: Kinder und Jugendliche, die auf diesem Weg drohen aus dem Bildungssystem auszuscheren, hilft in Haltern seit 2017 das Projekt BackUp in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Es wird für zwei weitere Jahre von der Gelsenwasser-Stiftung finanziert.

Diese gute Nachricht überbrachte jetzt Dr. Bärbel Kerkhoff, die Geschäftsführerin der Stiftung. 30.000 Euro pro Jahr sichern das Projekt bis 2022. 15 Schülerinnen und Schüler von der 5. bis zur 10. Klasse werden hier betreut, einige in einer festen Unterrichtsgruppe in der ehemaligen Erich-Kästner-Schule, andere durch Unterstützung vor Ort in der Familie und bei ihrem Regelschulbesuch.

„Jeder Schüler, der es packt, ist ein Gewinn“

Dass dieses Projekt weiterlaufen kann, begrüßten Bürgermeister Bodo Klimpel, Jugendamtsleiter Gisbert Drees und Stadtjugendpfleger Boris Waschkowitz ausdrücklich. „Wir als Stärkungspaktgemeinde dürfen die sogenannten ‚freiwilligen Leistungen‘ nicht selbst finanzieren“, erläuterte Bodo Klimpel, der Bärbel Kerkhoff ausdrücklich dafür dankte, dass die Gelsenwasser Stiftung die Maßnahme weiter fördert. „Jeder einzelne Schüler, der den Weg zurück ins Regelschulsystem findet, ist ein Gewinn“, so der Halterner Bürgermeister.

„Schüler die den Weg in die Schule nicht mehr schaffen, tun das in der Regel nicht, weil sie keinen Bock mehr haben“, ergänzte Boris Waschkowitz. „Dahinter stecken immer weitreichende Gründe. Und die Kinder und Jugendlichen fühlen sich in der Situation, in der sie sind, auch nicht wohl“.

Projekt ist keine „Wohlfühloase“

BackUp hilft den Schülern, die Hemmnisse zu überwinden, die sie am Schulbesuch hindern. „Die Maßnahme ist grundsätzlich freiwillig“, betont Teamleitern Anna Rizou von der AWO, die als Träger die Maßnahme durchführt. „BackUp ist allerdings keine Wohlfühloase.“ Wenn es sein muss, klingelt die Teamleiterin die Schüler auch schon mal selbst als „Wecker“ aus dem Bett.

Schon seit drei Jahren finanziert die Gelsenwasser Stiftung das Projekt in Haltern. „Wir sind eine Verbrauchsstiftung“, erläuterte Bärbel Kerkhoff in Haltern. „Das heißt, wir greifen nicht auf Zinsen eines Stiftungskapitals zurück, sondern erhalten jährlich vom Unternehmen ein Budget, das wir ausgeben können. Deshalb ist es uns möglich, solche Projekte zu finanzieren.“

Die Schüler bedankten sich dafür mit einem großen Insektenhotel, dass sie schon zuvor angefertigt hatten. Bärbel Kerkhoff überlegt jetzt, wo es am besten seinen Standort auf Gelsenwasser-Gelände finden kann.

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