Corona-Virus

Quarantäne wird neu geregelt: Kreis Recklinghausen ändert Vorgehen

In den vergangenen Wochen häuften sich die Fälle, dass aus einem positiven Corona-Schnelltest ein negativer PCR-Ergebnis resultierte. Deshalb hat das Gesundheitsamtes des Kreises nun reagiert.
Ein positiver Corona-Schnelltest muss durch einen PCR-Test überprüft werden. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Das Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen ändert sein Vorgehen in Sachen Corona-Schnelltests und Quarantäne. Wenn auf einen positiven Schnelltest ein negatives PCR-Testergebnis folgt, darf die Quarantäne automatisch beendet werden. Das teilte der Kreis am Donnerstag (29. April) mit. Die neue Regelung gilt ab sofort.

Bislang galt die Quarantäne erst dann als aufgehoben, wenn das negative PCR-Testergebnis der Nachtestung das Gesundheitsamt erreichte und das zuständige Entlassmanagement Kontakt zu der jeweiligen Person aufgenommen hatte.

„Quarantäne soll nicht länger als notwendig gelten“

„Bei den aktuellen Fallzahlen können wir nicht sicherstellen, dass Personen nach einem falsch-positiven Schnelltestergebnis zeitnah aus der Quarantäne entlassen werden. Darum haben wir uns für diese Anpassung entschieden“, erklärt Dr. Jutta Hullmann, Fachdienstleiterin Gesundheit beim Kreis Recklinghausen.

Es fielen grundsätzlich weniger als ein Prozent der Schnelltests im Kreis Recklinghausen positiv aus; ein Teil dieser bestätige sich durch den PCR-Test nicht. „Für diese Fälle möchten wir ein Vorgehen etablieren, das keine Quarantäne länger als notwendig aufrechterhält“, erklärt Hullmann.

Ordnungsverfügung wird angepasst

Grundsätzlich ist die Abfolge in NRW so: Wenn der Schnell- oder Selbsttest ein positives Ergebnis zeigt, muss man sich sofort in Quarantäne begeben. Das regelt die Corona-Test- und Quarantäneverordnung des Landes. Folgen muss dann ein PCR-Test, der das Ergebnis noch einmal überprüft.

Angepasst wird auch die entsprechende Ordnungsverfügung, die den Betroffenen über die Ordnungsämter der Städte zugestellt wird. Erklärt werden darin dann die entsprechenden Konsequenzen, wenn der PCR-Test positiv bzw. negativ ausfällt.

Über 250 Teststellen im Kreis

Zudem wichtig: Die automatische Entlassung aus der Quarantäne nach negativem PCR-Ergebnis gilt nicht für Kontaktpersonen zu einem bestätigten Corona-Fall. Diese müssen auch mit negativem PCR-Test mindestens 14 Tage in Quarantäne bleiben. „Denn bei diesen konkreten Verdachtsfällen besteht das Risiko, dass sie im Verlauf der zwei Wochen doch noch erkranken“, erklärt Dr. Hullmann. Dies entspräche auch den klaren Vorgaben des Robert-Koch-Instituts, nach denen das Kreis-Gesundheitsamt handle.

Bürgertests werden mittlerweile bei über 250 Teststellen im ganzen Kreisgebiet angeboten. Am Tag werden im Schnitt zwischen 8.000 und 9.000 Tests durchgeführt.

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