Rätsel gelöst: Keine mysteriösen Geräusche mehr in Halterns Innenstadt

hzHalterner Innenstadt

Nachdem Anwohner in der Halterner Innenstadt seit Monaten von zwei störenden Tönen genervt wurden, konnte nun ein Erfolg vermeldet werden. Der Ursprung der Geräusche wurde endlich entdeckt.

Haltern

, 21.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Geräusche nervten seit Monaten einige Anwohner in der Halterner Innenstadt: ein mysteriöser Brummton sowie das Geräusch eines Schiffshorns. Vor allem zu Letzterem gab es zuletzt mehrere Theorien, die sich jedoch als falsch entpuppten. Dennoch gibt es für die Anwohner Grund zur Freude: Der Ursprung beider Geräusche konnte gefunden werden.

Am Samstag war es soweit, beide Geräusche konnten nach mehreren Monaten endlich lokalisiert werden. Die Anwohner hatten mit ihrer Suche extra bis zum Abend gewartet, um weniger Umgebungsgeräusche zu haben, erzählt eine Anwohnerin. Daher ging die Suchaktion erst gegen 20 Uhr los. Schon zuvor hatte sie festgestellt, dass die mysteriösen Töne noch mehr Halterner störten.

Mehrere Theorien zum Schiffshorn in der Halterner Innenstadt

Einige hätten ihr berichtet, dass sie gar nicht mehr vernünftig schlafen könnten, da die beiden Geräusche zu störend waren. Damit sollte nun allerdings Schluss sein. Denn nach einigem Suchen konnte das Gebäude, von dem beide Töne ausgingen, ausfindig gemacht werden. Daraufhin hätten sie den Eigentümer kontaktiert, der dann den Strom abstellte. Und mit einem Mal waren die Geräusche verschwunden - zum ersten Mal seit vielen Monaten.

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Der „Schuldige“ war eine defekte Heizungsanlage, erklärt die Anwohnerin. Sowohl der sehr häufig auftretende Brummton als auch das Geräusch, das einem Schiffshorn ähnelte, seien von der Anlage gekommen.

Zu dem Schiffshorn gab es zuvor auch schon einige andere Theorien. Auf unsere Berichterstattung über die zwei störenden Geräusche hatte sich der Halterner Matthias Mersmann gemeldet. Seine Idee: Bei dem Schiffshorn handelt es sich eigentlich um ein sogenanntes Rottenwarnsignal, welches als akustisches Eisenbahnsignal genutzt wird, um Personen, die im Gleisbereich oder in dessen Nähe arbeiten, zu warnen.

Es sei ein lautes und durchdringendes Geräusch, sagte Mersmann. Jemand, der ein solches Signal nicht kennt, könne es auch gut mit einem Schiffshorn verwechseln, erklärte er. Der Gedanke, dass ein solches Rottenwarnsignal in der Nähe des Halterner Bahnhofs aufgrund der dortigen Bauarbeiten genutzt wird, liegt durchaus nahe.

„Wir konnten mit geöffneten Fenstern schlafen“

Doch laut einem Sprecher der Deutschen Bahn sind Rottenwarnsignale in Haltern und Umgebung derzeit nicht im Einsatz. Dennoch könne eine Baustelle mit dem merkwürdigen Geräusch zu tun haben, glaubte er. Dafür wären zwei in Frage kommen: die Baustelle am Halterner Bahnhof und Arbeiten an der Gleisinfrastruktur.

Letztere seien aber nicht direkt in Haltern, sondern eher Richtung Marl und daher eher unwahrscheinlich als Quelle des Schiffshorn-Geräusches, erklärte er schon am Freitag, 17. April. Der DB-Sprecher vermutete, dass der Ton von den Arbeiten am Halterner Bahnhof kommen könnte, da dort ein Arbeitszug eingesetzt wird. Dieser gebe beim Richtungswechsel einen Achtungspfiff ab.

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Das Geräusch, welches im Bereich der Gaststiege und des Gantepoth gehört wurde, „kann tatsächlich ein Achtungspfiff sein“, sagte er. Letztendlich stellte sich aber auch diese Vermutung als falsch heraus. Die Bewohner in der Halterner Innenstadt sind jedenfalls froh, nun endlich wieder ihre Ruhe zu haben.

„Es war herrlich“, sagt eine Anwohnerin über die erste ruhige Nacht seit Monaten. „Wir konnten mit geöffneten Fenstern schlafen“, freut sie sich. Alle seien froh, über die zurückgewonnene Ruhe. „Ich hoffe, dass es auch so bleibt. Aber ich denke, das bleibt jetzt so“, sagt sie. Dass die beiden Geräusche nun doch so schnell gefunden und abgeschaltet werden konnten, damit habe weder sie noch einer der anderen Anwohner gerechnet.

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