Raser-Prozess platzt zum sechsten Mal - Was ist los bei der Justiz?

Redaktion Haltern
Zweiter Unfallbeteiligter war ein Kleintransporter.
Zweiter Unfallbeteiligter war ein Kleintransporter. © Guido Bludau
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Es passierte vor zwei Jahren, im Oktober 2020. Auf der A43 zwischen Haltern und Dülmen in Höhe Lavesum ereignete sich ein schwerer Unfall. Die Polizei ermittelte, die Staatsanwaltschaft erhob Anklage.

Der erste Prozesstermin war für den 4. Oktober 2021 angesetzt, also ein Jahr nach dem Unfall. So weit so gut. Was dann kam, ist aber kaum zu glauben. Insgesamt wurde der Prozess sechs Mal angesetzt und fiel jedes Mal wieder aus: 8. Dezember 2021, 5. Januar, 6. April, 8. Juni und 12. September 2022 lauteten die weiteren Termine. Alle kamen nicht zustande.

Ein Stau bei den Prozessen

Dass der Prozess jetzt wieder scheiterte, weil die JVA Karlsruhe, wo der Angeklagte inzwischen einsitzt, den Transport verweigerte, setzt dem Ganzen die Krone auf. Was ist da los im deutschen Justizsystem? Schon seit Jahren bildet sich ein Stau an Prozessen, die nicht zeitnah, manchmal nicht einmal mehr rechtzeitig geführt werden können.

Ein Grund sind Strafverfahren, die immer aufwändiger werden und deshalb länger dauern. Oft müssen Querverbindungen ins Ausland verfolgt werden – das dauert. Außerdem sind Gerichte personell unterbesetzt.

Verjähren kann das Verfahren gegen den Raser auf der A43 vorläufig nicht. Immerhin. Bleibt zu hoffen, dass der nächste Termin am 21. November dann auch wirklich stattfindet, und alle Beteiligten da sind. Sonst können sich die Zeugen bald wahrscheinlich an gar nichts mehr erinnern.

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